Österreichs Testgegner im Check: Südkoreas WM-Historie
Nach dem starken Länderspiel gegen Ghana wartet morgen ein Testspiel gegen Südkorea auf die österreichische Nationalmannschaft. Wir wollen uns den Gegner genauer ansehen und starten mit der WM-Historie des morgigen Gegners.
Der organisierte Fußball in Südkorea geht auf das späte 19. Jahrhundert zurück. Als früher Bezugspunkt gilt ein Spiel britischer Marineangehöriger im Jahr 1882 im Hafen von Incheon. Die institutionelle Entwicklung begann in den 1920er Jahren: 1921 wurde ein erstes landesweites Turnier ausgetragen, 1928 folgte die Gründung der Joseon Football Association.
Nach dem Ende der japanischen Kolonialherrschaft wurde der Verband 1948 als Korea Football Association (KFA) neu gegründet und im selben Jahr in die FIFA aufgenommen. Das erste offizielle A-Länderspiel fand am 2. August 1948 bei den Olympischen Spielen in London statt, als Südkorea Mexiko mit 5:3 besiegte.
In den 1950er Jahren feierte Südkorea erste Titelgewinne auf kontinentaler Ebene. 1956 gewann die Auswahl den ersten AFC Asian Cup, 1960 wurde der Titel im eigenen Land verteidigt. Die damalige Medaillenvergabe blieb lange ein Thema, da den Spielern zunächst nur Attrappen überreicht wurden; die originalen Medaillen folgten erst Jahrzehnte später.
Strukturell setzte die Professionalisierung erst deutlich später ein. Mit der Gründung der K League im Jahr 1983 entstand die erste Profiliga Asiens und eine Grundlage für die weitere sportliche Entwicklung.
WM-Teilnahmen und sportliche Entwicklung
Südkorea zählt zu den konstantesten WM-Teilnehmern aus Asien. Insgesamt nahm die Nationalmannschaft elfmal an einer Weltmeisterschaft teil, darunter durchgehend von 1986 bis 2022.
Der erste Auftritt erfolgte bei der FIFA World Cup 1954. Die Anreisebedingungen waren schwierig, sportlich resultierte dies in zwei deutlichen Niederlagen gegen Ungarn (0:9) und die Türkei (0:7). Anschließend dauerte es bis 1986, ehe Südkorea wieder an einer Endrunde teilnahm.
Bei der FIFA World Cup 1986 gelang der erste Turniertreffer durch Park Chang-sun. In den folgenden Jahren etablierte sich die Mannschaft als regelmäßiger Teilnehmer, blieb jedoch zunächst ohne K.o.-Runden-Erfolg. 1994 erreichte man unter anderem ein 2:2 gegen Spanien, 1998 schied das Team nach deutlichen Niederlagen früh aus.
Der sportliche Höhepunkt folgte bei der FIFA World Cup 2002 im eigenen Land. Unter Trainer Guus Hiddink erreichte Südkorea erstmals das Halbfinale. Nach Siegen gegen Polen und Portugal sowie einem Remis gegen die USA setzte sich die Mannschaft in der K.o.-Phase überraschend gegen Italien und Spanien durch. Erst Deutschland stoppte den Lauf im Halbfinale, das Spiel um Platz drei ging gegen die Türkei verloren.
Nach 2002 blieb Südkorea ein regelmäßiger Teilnehmer bei Weltmeisterschaften. 2010 erreichte das Team in Südafrika erstmals auf fremdem Boden das Achtelfinale. 2014 und 2018 folgten Gruppenaus, wobei 2018 ein 2:0-Erfolg gegen Deutschland den letzten Spieltag prägte.
Bei der FIFA World Cup 2022 zog Südkorea erneut ins Achtelfinale ein. Nach einem Unentschieden gegen Uruguay und einer Niederlage gegen Ghana sicherte ein 2:1-Sieg gegen Portugal den Aufstieg. Im Achtelfinale unterlag die Mannschaft Brasilien mit 1:4.
