Italien

Serie-A-Aufsteiger: Schmid und Grillitsch vor Wechsel zu Frosinone

Zwei österreichische Teamspieler stehen offenbar unmittelbar vor einem gemeinsamen Wechsel in die italienische Serie A. Romano Schmid und Florian Grillitsch sollen sich dem Aufsteiger Frosinone Calcio anschließen. Italienische Medien gehen mittlerweile davon aus, dass beide Transfers praktisch ausverhandelt sind.

Wie „TuttomercatoWeb“ berichtet, hat Frosinone für beide Österreicher bereits die Medizinchecks eingeplant. Diese sollen am heutigen Dienstag stattfinden. Während Grillitsch nach seinem Abschied vom SC Braga ablösefrei verpflichtet werden kann, muss Frosinone für Schmid Ablöse zahlen. Italienische Medien nennen rund acht Millionen Euro als Sockelablöse. Durch Bonuszahlungen könnte Werder Bremen insgesamt bis zu zehn Millionen Euro erhalten. Schmids Vertrag an der Weser läuft noch bis Sommer 2027.

Schmid reist nicht mehr ins Werder-Trainingslager

Dass der Transfer mittlerweile sehr weit fortgeschritten ist, bestätigte Werder indirekt selbst. Der 26-Jährige reiste nicht mehr mit der Mannschaft ins zweite Trainingslager nach Harsewinkel. Der Klub teilte offiziell mit, dass sich der österreichische Nationalspieler auf dem Weg zu Gesprächen mit einem anderen Verein befinde.

Schmid kam im Jänner 2019 von Red Bull Salzburg nach Bremen und wurde zunächst für eineinhalb Jahre an den Wolfsberger AC verliehen. Danach setzte er sich bei Werder Schritt für Schritt durch und entwickelte sich zu einem der wichtigsten Offensivspieler der Norddeutschen. In der vergangenen Bundesligasaison stand der Grazer in allen 34 Spielen in der Startelf, erzielte vier Tore und bereitete acht weitere Treffer vor. Bei der Weltmeisterschaft machte er ebenfalls auf sich aufmerksam und traf gleich im ersten Gruppenspiel beim 3:1-Sieg gegen Jordanien – das erste österreichische WM-Tor seit 28 Jahren.

Grillitsch bringt internationale Erfahrung mit

Florian Grillitsch wäre hingegen ablösefrei zu haben. Der mittlerweile 31-Jährige verließ Braga nach nur einer Saison wieder und könnte damit nach Deutschland, den Niederlanden, Spanien und Portugal bereits in der fünften großen europäischen Liga spielen.

Grillitsch wechselte bereits 2013 aus dem Nachwuchs des SKN St. Pölten zu Werder Bremen und schaffte dort den Sprung in die Bundesliga. 2017 folgte der Wechsel zur TSG Hoffenheim, für die er in zwei Engagements insgesamt 196 Pflichtspiele absolvierte. Dazwischen spielte der defensive Mittelfeldspieler für Ajax Amsterdam, später folgte eine Leihe zu Real Valladolid und der Abstieg aus LaLiga. Im vergangenen Sommer wechselte Grillitsch schließlich nach Braga, wo er in der abgelaufenen Saison 34 Pflichtspiele absolvierte, aber nicht unumstrittener Stammspieler war.

Österreichisches Duo für den Aufsteiger

Für Frosinone wären beide ÖFB-Legionäre bemerkenswerte Verstärkungen. Trainer Massimiliano Alvini führte den Klub in der vergangenen Saison nach drei Jahren Abwesenheit zurück in die Serie A. Schmid könnte in dessen offensiv ausgerichtetem System sowohl als Achter als auch hinter den Spitzen oder wie häufig im Nationalteam als Rechtsaußen eingesetzt werden und würde Dynamik, Qualitäten im Gegenpressing und Kreativität mitbringen. Grillitsch wäre hingegen der erfahrene Fixpunkt bzw. Ankersechser im Spielaufbau und könnte sowohl im defensiven Mittelfeld als auch in einer Dreierabwehr eingesetzt werden.

Schmid und Grillitsch könnten beim Aufsteiger nicht die einzigen Spieler mit Österreich-Bezug bleiben. Frosinone beschäftigt sich auch mit Filip Rózga vom SK Sturm Graz. Der italienische Aufsteiger hat laut „TuttomercatoWeb“ ebenso wie der FC Turin bereits wegen des 20-jährigen Polen angefragt. Bei Aleksa Terzić ist Frosinone sogar schon einen Schritt weiter: Mit Red Bull Salzburg soll bereits eine Einigung über einen fixen Transfer des serbischen Linksverteidigers erzielt worden sein. Terzić wird am Donnerstag zum Medizincheck in Italien erwartet.