Von Real bis Milan: Österreichs Europacup-Gegner im Überblick
Österreich ist in den Ligaphasen der Europacup-Bewerbe mit drei Klubs vertreten – und die Aufgaben könnten kaum unterschiedlicher sein. Der LASK feiert seine Premiere in der Champions League und bekommt dabei einige der größten Namen Europas serviert. Der SK Sturm Graz und der FC Red Bull Salzburg treten eine Etage tiefer in der Europa League an, wo ebenfalls mehrere attraktive Gegner warten.
LASK: Königsklassen-Premiere mit Real und Liverpool
Schon der Weg in die Champions League hätte für den LASK kaum dramatischer verlaufen können. Nach einer 0:3-Niederlage bei Celtic gerieten die Linzer im Rückspiel durch das 0:1 sogar mit vier Toren in Rückstand. Danach folgte eine historische Aufholjagd: Der LASK gewann nach Verlängerung mit 5:1 und setzte sich mit einem Gesamtscore von 5:4 durch. Nun wartet erstmals die Ligaphase der Champions League auf die Oberösterreicher.
Die Belohnung fällt spektakulär aus. Auswärts geht es zu Real Madrid, dem erfolgreichsten Klub der Europacup-Geschichte. Auch die Reise zum Sporting CP stellt eine enorme Herausforderung dar. Etwas mehr Möglichkeiten auf Punkte dürften sich bei Bodø/Glimt und AEK Athen ergeben, wobei gerade die Norweger in den vergangenen Jahren gezeigt haben, wie unangenehm sie zuhause sein können.
Auch die vier Heimspiele haben es in sich. Liverpool kommt nach Linz, ebenso der zweifache Europapokalsieger FC Porto. Mit Fenerbahçe wartet zudem jener Klub, der Sturm in diesem Sommer aus der Champions-League-Qualifikation warf. Komplettiert wird das Heimprogramm mit Slovan Bratislava, wo Punkte fast schon „Pflicht“ sind, wenn man das in der Königsklasse überhaupt so formulieren darf. Für den LASK ist die Auslosung damit eine Mischung aus absoluten Traumlosen und einigen Partien, in denen Punkte keineswegs ausgeschlossen erscheinen.
Die LASK-Gegner: Liverpool (H), FC Porto (H), Fenerbahçe (H), Slovan Bratislava (H), Real Madrid (A), Sporting CP (A), Bodø/Glimt (A), AEK Athen (A).
Sturm: Frankreich, Premier League und ein Wiedersehen mit Ilzer
Sturm landete nach dem Ausscheiden in der Champions-League-Qualifikation in der Europa League. Dort erwischten die Grazer keine Auslosung mit einem einzigen alles überstrahlenden Gegner, dafür aber acht sehr unterschiedliche, großteils schwierige Aufgaben.
Das größte Heimspiel steigt gegen Olympique Marseille. Der Champions-League-Sieger von 1993 bringt viel Tradition und ein entsprechend großes internationales Renommee mit nach Graz. Mit Stade Rennes kommt ein zweiter französischer Klub mit zahlreichen Toptalenten in die Steiermark. Gegen den slowenischen Meister NK Celje und den griechischen Klub OFI Kreta mit dem Ex-Rapidler Taxiarchis Fountas als Toptorjäger dürfte Sturm hingegen selbst mit realistischen Ambitionen auf drei Punkte antreten.
Die Auswärtsspiele sehen auf dem Papier schwieriger aus. AZ Alkmaar gehört seit Jahren zu den konstantesten niederländischen Europacup-Teilnehmern, während Dinamo Zagreb reichlich internationale Routine mitbringt. Besonders attraktiv ist die Reise zum AFC Bournemouth: Der Premier-League-Klub bestreitet seine erste Europacup-Saison und verfügt naturgemäß über deutlich höhere finanzielle Möglichkeiten als Sturm.
Für die größte persönliche Geschichte sorgt allerdings das Duell mit Hoffenheim. Christian Ilzer trifft dort auf jenen Klub, den er 2024 zum österreichischen Double führte. Mit Alexander Prass kommt es zudem zu einem Wiedersehen mit einem Ex-Spieler der Grazer.
Die Sturm-Gegner: Olympique Marseille (H), Stade Rennes (H), NK Celje (H), OFI Kreta (H), AZ Alkmaar (A), Dinamo Zagreb (A), AFC Bournemouth (A), TSG Hoffenheim (A).
Salzburg: Milan kommt, Leverkusen wartet auswärts
Auch Salzburg tritt in der Europa League an und bekam eine Auslosung, die an beiden Enden des Leistungsspektrums einiges bietet. Das klare Highlight ist das Heimspiel gegen den AC Milan. Die siebenfachen Europapokalsieger sind der größte Name, der in dieser Saison für ein Pflichtspiel nach Salzburg kommt.
Dazu wartet zuhause der amtierende Conference-League-Sieger Crystal Palace. Die Londoner haben sich in den vergangenen Jahren sportlich deutlich weiterentwickelt und bringen Premier-League-Qualität mit. Sparta Prag ist ein weiterer routinierter Europacup-Gegner, während Ararat-Armenia auf dem Papier die beste Gelegenheit auf einen Heimsieg darstellen dürfte.
Die anspruchsvollste Reise führt Salzburg zu Bayer Leverkusen. Die „Werkself“ gewann 1988 den UEFA-Cup und erreichte 2024 das Europa-League-Finale. RSC Anderlecht bringt ebenfalls enorme internationale Tradition mit, auch wenn die großen Erfolge der Belgier schon länger zurückliegen. Mit NK Celje und Levski Sofia stehen schließlich zwei weitere Auswärtsspiele an, in denen Salzburg durchaus favorisiert sein dürfte.
Die Salzburg-Gegner: AC Milan (H), Sparta Prag (H), Crystal Palace (H), Ararat-Armenia (H), Bayer Leverkusen (A), RSC Anderlecht (A), NK Celje (A), Levski Sofia (A).
Damit reicht das Spektrum der österreichischen Europacup-Gegner in dieser Saison von Real Madrid und Liverpool über Milan und Marseille bis zu Klubs wie Ararat-Armenia oder Celje. Während für den LASK bereits die Teilnahme an der Champions League – auch finanziell – einen historischen Erfolg darstellt, werden Sturm und Salzburg in der Europa League deutlich stärker daran gemessen werden, ob sie den Sprung in die KO-Phase schaffen. Aufgaben die schwer, aber zumindest über die Playoffs durchaus machbar erscheinen!
