Marco Grüll glänzt bei Werder-Sieg mit Tor und Assist
ÖFB-Teamspieler Marco Grüll hat beim überraschend deutlichen 3:1-Heimsieg des SV Werder Bremen gegen RB Leipzig am zweiten Spieltag der Deutschen Bundesliga groß aufgezeigt. Der ÖFB-Legionär bereitete zunächst das Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 vor und sorgte in der Schlussphase selbst für die Entscheidung.
Die Bremer zeigten sich im ausverkauftem Weserstadion deutlich verbessert und belohnten sich für einen engagierten Auftritt. Leipzig erwischte dagegen einen gebrauchten Abend. Nach dem überzeugenden 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach blieb die Mannschaft von Trainer Martin Demichelis um ÖFB-Nationalspieler Nicolas Seiwald diesmal vieles schuldig. Auch der wieder in der Startelf stehende Christopher Nkunku blieb weitesgehend blass.
Werder erwischt guten Start, Grüll überzeugt am Flügel
Werder war in der Partie am Samstagnachmittag bereits früh in Führung gegangen. Rückkehrer Eren Dinkçi traf in der vierten Minute zum 1:0 und stellte damit die Weichen für einen völlig anderen Auftritt als beim enttäuschenden 1:4 zum Saisonauftakt in Freiburg.
Das 2:0 folgte erst 64 Minuten später – nach Vorarbeit von Ex-Rapidler Marco Grüll, der damit seinen ersten Scorer in der neuen Saison verbuchte. Per Eckstoß brachte der 28-Jährige, der in der Partie von Werder-Cheftrainer Daniel Thioune auf dem linken Flügel aufgeboten wurde, den Ball in der 68. Minute gefährlich vor das Tor, wo Ex-DFB-Stürmer Niclas Füllkrug völlig frei zum Kopfball kam und auf 2:0 stellte.
Zwölf Minuten später war der Österreicher selbst erfolgreich: Leipzig konnte den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum klären, wodurch die Kugel am Sechzehner bei Grüll landete, der diese aus 15 Metern direkt nahm und satt links unten eintraf. In der Schlussphase konnte Ridle Baku für Leipzig noch auf 1:3 verkürzen (90.+6).
Drei Österreicher im Einsatz
Grüll spielte in der Partie ebenso wie Werder-Kapitän Marco Friedl, der als linker Innenverteidiger in einer Viererkette agierte, durch. Ersatzkeeper Alexander Schlager kam für die Norddeutschen nicht zum Einsatz und sah eine starke Partie von Stammkeeper Hein.
Auf Seitden der Leipziger spielte Nicolas Seiwald im zentralen Mittelfeld durch, mit Christoph Baumgartner fehlt den Sachsen ihre in der vergangenen Saison wichtigste Offensivkraft weiterhin verletzt.
„Das frühe 1:0 hat uns viel Selbstvertrauen gegeben. Leipzig war schon spielbestimmend, aber wir haben uns als Team gewehrt. Am Ende haben wir zu den richtigen Zeitpunkten die Tore gemacht und verdient gewonnen. Unterm Strich haben wir eine Partie gewonnen, da müssen wir nicht direkt in große Euphorie ausbrechen“, so Matchwinner Grüll im Werder-Interview nach Spielende.
Der Österreicher zeigte am linken Flügel stark auf und kreierte immer wieder Chancen. Darüber hinaus zeichnete er sich gegen den Ball aus und gewann acht seiner elf Zweikämpfe (73 Prozent.)
„Haben eine Top-Leistung gezeigt“
„Wir wussten, was für eine Mannschaft auf uns zukommt. Und es war klar, dass wir in allen Bereichen eine Top-Leistung brauchen. Ich denke, dass wir das über 90 Minuten gezeigt haben. Ich würde auch nicht sagen, dass es ein unverdienter Sieg ist, weil wir einige hochkarätige Chancen im zweiten Durchgang hatten“, sagte Kapitän Marco Friedl.
„Trotzdem mussten wir viel gegen den Ball arbeiten. Und da ein Kompliment an die Mannschaft, wie sie es gemacht hat. Ich bin sehr froh, dass wir nach dem ersten Spiel so eine Leistung abrufen konnten“, so der Abwehrspieler weiter, der sich mit seinen Teamkollegen über die ersten drei Punkte in der neuen Saison freuen darf. In der Tabelle sind die Werderaner nach zwei Spieltagen nun Neunter, Leipzig rangiert auf Platz sieben.
