Nationalteam

Neues Wunderteam advanced? Eine neue Generation mischt das ÖFB-Team auf

[nextpage title=“Neue Generation“]

Was haben wir damals gejubelt mit dem Team von Marcel Koller. Nach der erfolgreichen EM-Qualifikation schien kein Gegner mehr zu stark für uns zu sein. Auch nach der enttäuschenden EURO 2016 glaubten wir an die Qualität dieses Teams, die sie leider nur in manchen Spielen zeigen konnte. Wir waren ob der Fähigkeiten der einzelnen Spieler überzeugt. Das hatte auch seine Berechtigung, denn viele waren auf einem sehr hohen Niveau und man kann auf dieses Team als das ’neue Wunderteam‘ zurückblicken. Doch gerade findet ein Umbruch dieser Mannschaft statt. Schon unter Koller traten einige Spieler zurück, selbst der eher beständige Trainer verließ seine Wohlfühloase und frischte das Team im Jahr 2017 auf. Mit dem neuen Teamchef [spielerprofil spieler=“Franco Foda“] findet nun endgültig der Beginn einer neuen Ära statt. Diese könnte noch glorreicher werden, da Qualität und Quantität der einzelnen Temaspieler gestiegen sind. Erleben wir in den nächsten Jahren somit ein ’neues Wunderteam advanced‘?

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Der Unterschied zum Kader von vor zwei Jahren in etwa ist derjenige, dass die homogene Struktur aufgebrochen wurde und ein Kampf um die Kaderplätze stattfindet. Es ist keine starre Hierarchie, die rund um die Europameisterschaft eines der Hauptprobleme war, sondern eine dynamische. Ganz oben stehen diejenigen, die in den letzten Jahren ihre Leistungen zeigten und noch immer zeigen, somit auch wertvoll für das ÖFB-Team sind. Dahinter drängt aber schon die neue Generation, die sich gerade auf den Weg macht die Kaderplätze zu erobern. Die Auswahl ist viel größer und dadurch steigt auch der Reichtum an Varianten. Aber es bleibt nicht bei dieser Generation stecken, dahinter stehen schon die nächsten parat und machen auch Druck von hinten. Dadurch entsteht ein positiver Druck und antreibender Wettbewerb, der keine Zeit zum Ausruhen lässt. In den folgenden Seiten haben wir uns die jetzige Situation im Teamkader näher angesehen und geben einen kleinen Vorausblick wie das Team in naher Zukunft aussehen wird.

 

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[nextpage title=“Die Arrivierten“]

Der Generationswechsel in den letzten zwei Jahren hatte zweierlei Gründe. Erstens mistete Koller einige Spieler aus, wie zum Beispiel [spielerprofil spieler=“Jakob Jantscher“], [spielerprofil spieler=“Lukas Hinterseer“], [spielerprofil spieler=“György Garics“] oder [spielerprofil spieler=“Rubin Okotie“]. Zweitens gaben zahlreiche Spieler ihren Rücktritt aus dem Nationalteam. Kapitän [spielerprofil spieler=“Christian Fuchs“] hörte nach der EM auf, [spielerprofil spieler=“Ramazan Özcan“] und [spielerprofil spieler=“Markus Suttner“] zogen sich im letzten Frühjahr zurück. Nach der Koller-Entlassung traten auch noch [spielerprofil spieler=“Zlatko Junuzovic“] und [spielerprofil spieler=“Martin Harnik“] zurück.

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Nur mehr die Hälfte der EM-Kaderspieler stehen beim Länderspiel-Doppel gegen Slowenien und Luxemburg noch im ÖFB-Team. Einer davon ist [spielerprofil spieler=“Julian Baumgartlinger“] mit 30 Jahren. Der ÖFB-Kapitän ist der Mittelfeld-Motor und spult seine Kilometer immer noch rauf und runter. Seit einer gefühlten Ewigkeit dabei sind auch [spielerprofil spieler=“Marko Arnautovic“] (28) und [spielerprofil spieler=“David Alaba“] (25). Trotz der vielen Kritik, die beide erfahren haben, sind sie sehr wertvoll für das Team und übernehmen sehr viel Verantwortung im Spiel. Arnautovic klebt am Ball und steht wie ein Bulle. Alaba ist der einzige in einem Weltklasse-Team, nur die passende Rolle muss er noch in der Mannschaft finden.

[spielerprofil spieler=“Sebastian Prödl“] (30), [spielerprofil spieler=“Stefan Ilsanker“] (27) und [spielerprofil spieler=“Aleksandar Dragovic“] (27) spielen in starken Ligen und sind qualitätvolle und sehr wichtige Teamkicker. Der jüngste in dieser illustren Runde ist [spielerprofil spieler=“Marcel Sabitzer“] (24), der spielerisch viele Akzente setzt und offensiv variabel einsetzbar ist, seine Team-Leistungen waren aber bisher noch schwankend. [spielerprofil spieler=“Martin Hinteregger“] (25) spielt seinen Stiefel wie ein abgebrühter Routinier immer souverän runter und hat noch viele Jahre im ÖFB-Team vor sich. [spielerprofil spieler=“Kevin Wimmer“], der sehr hoffnungsvoll begann, ist aktuell aus dem Kader gefallen, aber als Premier-League-Kicker ist ihm zuzutrauen, dass er sich aus seinem Loch herausholt. [spielerprofil spieler=“Andreas Ulmer“] (32) befindet sich derzeit mit Salzburg in einem Höhenflug und kann für die nächsten zwei Jahre eine Alternative auf der linken Außenverteidigung sein, eine Zukunftsaktie ist er aber nicht mehr.

Die Torwart-Position ist so etwas wie die Achillesferse im Team. Mit [spielerprofil spieler=“Heinz Lindner“] (27) haben wir aber momentan einen sicheren Rückhalt, der mit dem Wechsel zu den Grasshoppers Zürich eine Heimat gefunden hat, in der er sich wohl fühlt und dort sein Können unter Beweis stellen kann. Er ist derzeit auch der einzige Lichtblick, der im Kasten für höhere Aufgaben bereit ist. Der langjährige Stammtorhüter [spielerprofil spieler=“Robert Almer“] (34) ist schon länger verletzt und hinter seiner weiteren Karriere steht ein großes Fragezeichen.

Im Sturm besteht ebenfalls noch Aufholbedarf. Mit [spielerprofil spieler=“Marc Janko“] (34) ist der Torgarant der letzten Jahre ein höheres Alter erreicht und steht derzeit nur in der dritten Reihe parat. [spielerprofil spieler=“Guido Burgstaller“] (28) hat die Qualität, um die ‚Strafraumkobra‘ zu ersetzen, aber mit erst einem Treffer in 15 Länderspielen konnte der Schalke-Legionär in die großen Fußstapfen noch nicht hineintreten. Diese zwei Spieler sind aber von der Spielanlage her nicht miteinander zu vergleichen.

 

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[nextpage title=“Die Angekommenen“]

Da durch die vielen Rücktritte und Leistungsabfälle einige Plätze im Nationalteam frei wurden, kam natürlich eine neue Welle an jungen Spielern nach, die derzeit zu Leistungsträgern heranwachsen. Der erste Spieler, der diesen Wandel symbolisiert, ist [spielerprofil spieler=“Alessandro Schöpf“]. Nach seinem Wechsel zu Schalke im Jänner 2016 und starken Leistungen schaffte er als einziger Spieler, der nicht zur „Wohlfühloase“ gehörte, den Sprung in den EM-Kader. In Frankreich erzielte der 24-Jährige auch den einzigen Treffer bei der für Österreich enttäuschenden EURO. Leider war Schöpf im letzten Jahr sehr oft verletzt und dadurch stockte auch seine Entwicklung. Nichts desto trotz ist er jederzeit einsetzbar und hat eine große Zukunft vor sich, sofern er von Verletzungen verschont bleibt.

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Chancen auf den EM-Zug hatten damals auch [spielerprofil spieler=“Florian Grillitsch“] (22) und [spielerprofil spieler=“Michael Gregoritsch“] (23), für die beiden war die Zeit aber noch nicht reif. Grillitsch gab letztes Jahr sein Teamdebüt und ist mittlerweile fixer Bestandteil im Kader und wird in den nächsten Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit im Mittelfeld gebraucht werden. Gregoritsch ist in dieser Bundesliga-Saison als Torjäger des FC Augsburg sehr erfolgreich unterwegs. Beim Nationalteam gehört er schon fix dazu, kam allerdings erst zu sechs Einwechslungen und konnte so seine Stärken noch nicht zeigen.

Ein letztes Abschiedsgeschenk von Koller war [spielerprofil spieler=“Moritz Bauer“] (26). Der gebürtige Schweizer wurde letztes Jahr eingebürgert und feierte sein Teamdebüt im September gegen Georgien. Nach starken Leistungen und seinem Wechsel in die Premier League zu Stoke City ist mit dem rechten Verteidiger auch in Zukunft zu rechnen. Mit [spielerprofil spieler=“Stefan Lainer“] (25) hat er auf seiner Position allerdings eine starke Konkurrenz. Lainer spielt heuer mit Red Bull Salzburg eine unheimlich starke Saison, unermüdlich läuft er die rechte Seite auf und ab. Auch im Team konnte er bislang überzeugen und hat momentan einen kleinen Vorsprung auf Bauer, gegen Slowenien bereitete er den Arnautovic-Treffer zum 2:0 vor.

In der Offensive tut sich zurzeit einiges, dort herrscht zurzeit ein Luxusproblem. Arnautovic ist zwar links gesetzt, doch mit [spielerprofil spieler=“Florian Kainz“] (25) baut sich gerade ein gutes Backup auf, das auch auf der rechten Seite eingesetzt werden kann. Vor zwei Jahren wechselte Kainz von Rapid zu Bremen und ist heuer drauf und dran sich an der Weser durchzusetzen. Diese Entwicklung wird auch für das Team immens wichtig sein. Etwas mittiger fühlt sich [spielerprofil spieler=“Louis Schaub“] (23) wohl, er kann aber auch auf links und rechts spielen. Letztes Jahr absolvierte der Rapid-Kicker vier Länderspiele, in jedem davon erzielte er jeweils einen Treffer. Die Qualität ist auf jeden Fall vorhanden, könnte aber noch einen Schub mit einem Wechsel in eine höhere Liga bekommen. Auf der rechten Seite ist [spielerprofil spieler=“Valentino Lazaro“] (22) beheimatet. Sein junges Alter und seine große Erfahrung lassen auf eine starke Zukunft im ÖFB-Team hoffen. Nach seinem Wechsel im letzten Sommer von Salzburg zur Hertha hat er sich in Berlin einen Stammplatz erkämpft.

 

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[nextpage title=“Die Anklopfenden“]

Mit diesem Schub an neuen Spielern ist aber noch nicht das ganze Potential in Österreich ausgeschöpft. Einige jüngere Talente klopfen bereits an und haben teilweise auch schon das Zimmer betreten. [spielerprofil spieler=“Kevin Danso“] (19) und [spielerprofil spieler=“Philipp Lienhart“] (21) sind die logischen Innenverteidiger in den nächsten Jahren. Beide haben schon ihr Debüt im Team gefeiert. Der von Real Madrid an Freiburg ausgeliehene Lienhart gab gegen Moldawien im Oktober sein erfolgreiches Debüt. Danso hatte sich im Herbst beim FC Augsburg und beim Nationalteam durchgesetzt. Die letzten fünf Länderspiele des Jahres 2017 stand er stets in der Startelf. Derzeit ist er verletzt und konnte somit gegen Slowenien und Luxemburg nicht dabei sein. Eine weitere heiße Zukunftsaktie in der Innenverteidigung ist [spielerprofil spieler=“Dario Maresic“] (18). Der U21-Teamspieler spielt heuer mit Sturm Graz ein starke Bundesliga-Saison und steht beim Länderspiel-Doppel sogar auf Abruf. Sein Talent wird dem Nationalteam noch viel Freude bereiten.

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Auch [spielerprofil spieler=“Maximilian Wöber“] (20) hat schon Teamerfahrung gesammelt. Gegen Slowenien durfte er in der letzten Minute sein drittes Länderspiel bestreiten. Dass er bei Ajax kickt, zeigt sein großes Talent und äPotential. Als linker Außenverteidiger könnte er auf dieser Position die Lücke füllen, er ist aber auch in der Innenverteidigung einsetzbar. Ähnlich wie [spielerprofil spieler=“Marco Friedl“] (20), der derzeit von Bayern München an Bremen ausgeliehen ist. Auch seine Zeit im Nationalteam wird noch kommen.

Im Mittelfeld hat mit [spielerprofil spieler=“Xaver Schlager“] (20) gegen Slowenien bereits das erste hoffnungsvolle Talent angedockt. Der Einsatz in der Nachspielzeit bedeutete das Teamdebüt für den Salzburg-Spieler, der heuer bei den ‚Bullen‘ sensationell spielt und auch auf das Halbfinale in der Europa League schielt. Sein Potential im zentralen Mittelfeld ist riesig und seine Karriere wird wohl nicht in der Mozartstadt enden. Teamkollege [spielerprofil spieler=“Hannes Wolf“] (18) steht als Stammspieler in Salzburg ebenfalls in den Startlöchern, er stand bereits gegen Serbien und Moldawien im letzten Kader von Koller, kam allerdings nicht zum Einsatz. Seine Stärken liegen im offensiven Mittelfeld. Ein kleines Stück weiter als die beiden ist [spielerprofil spieler=“Konrad Laimer“] (20), der letzten Sommer von Salzburg zu Leipzig in die deutsche Bundesliga wechselte. Er war Mitte des letzten Jahres Bestandteil des Kaders in drei Länderspielen. Anfang dieses Jahres hat er sich nun auch in Deutschland durchgesetzt, wird dort von Trainer [spielerprofil spieler=“Ralph Hasenhüttl“] allerdings nicht auf seiner angestammten Position im defensiven Mittelfeld eingesetzt, sondern als rechter Außenverteidiger.

Im Sturm steht [spielerprofil spieler=“Arnel Jakupovic“] (19) in den Schlupflöchern. Der Linksfuß ist aber momentan in der U21-Nationalmannschaft noch gut aufgehoben. Sein großes Talent wurde auch von Juventus erkannt. Die Turiner haben ihn für dieses Frühjahr von Empoli ausgeliehen. Jakupovic kommt allerdings nur in der Nachwuchs-Mannschaft in der Primavera zum Einsatz. In den bisherigen sechs Spielen spielte er jedesmal durch und erzielte bereits drei Treffer und leistete weitere zwei Assists. Zu guter Letzt ist im Angriff noch [spielerprofil spieler=“Ashley Barnes“], auch wenn der Burnley-Spieler mit seinen 28 Jahren nicht mehr der jüngste ist und die österreichische Staatsbürgerschaft noch nicht besitzt. Doch ein Stürmer, der regelmäßig in der Premier League trifft hat bestimmt die Qualität, um dem Nationalteam weiterzuhelfen.

 

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Edvin Gruber

Edvin GRUBER (Redaktionsleitung/Grafik/Fanwear-Design) Bei 12terMann seit: 07/2015 M: edvin.bufi@12terMann.at T: @ediman_b

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