Michael Gregoritsch Kandidat bei Werder Bremen
Werder Bremen hat vor dem Liga-Start einige Probleme und die Kritik an der Transferpolitik ist nicht zu überhören. Mit dem Wechsel von Marvin Ducksch zu Birmingham City hat der Klub seinen wichtigsten Torschützen verloren und ein Ersatz ist bislang nicht gefunden. ÖFB-Teamstürmer Michael Gregoritsch vom SC Freiburg ist ein Kandidat, doch auch hier haben die Verantwortlichen Zweifel.
Gregoritsch Kandidat nach gescheitertem Silva-Transfer
Der 31-jährige österreichische Nationalspieler rückte erst in den Fokus, nachdem der über Wochen verfolgte André Silva zu Elche wechselte und damit ein Teamkollege von David Affengruber wird. Silva war der Wunschkandidat, um Ducksch zu ersetzen. Die Gespräche mit RB Leipzig scheiterten vor allem an Silvas Gehaltsforderungen von rund sieben Millionen Euro pro Jahr.
Gregoritsch steht nach Medienberichten schon länger auf Werders Liste. Der 1,93 Meter große Angreifer würde das österreichische Kontingent im Kader ergänzen, in dem bereits Marco Friedl, Romano Schmid, Maximilian Wöber und Marco Grüll stehen. In Freiburg spielt er unter Julian Schuster keine Rolle mehr und stand im Pokalspiel in Lotte nicht im Aufgebot.
Zweifel an der Systemtauglichkeit
Das Hauptproblem liegt in der Spielidee von Trainer Horst Steffen. Im Trainerteam gibt es Zweifel, ob Gregoritsch in das neue System passt. Steffen hat die Mannschaft von einer Dreierkette auf ein 4-2-3-1 mit hohem Pressing und schnellen Umschaltmomenten umgestellt. Dafür sind hohe Laufbereitschaft und Intensität nötig. Gregoritsch erfüllte diese Anforderungen in Freiburg bereits unter Schuster nur eingeschränkt.
Schwierige Situation für Gregoritsch in Freiburg
Für einen Transfer spricht Gregoritschs schwierige Situation in Freiburg. Der Österreicher kam in dieser Saison auf nur 630 Minuten in der Liga und erzielte dabei zwei Tore. Auch in der neuen Saison dürfte er wohl nicht mit mehr Spielzeit rechnen.
Trainer Schuster betont zwar regelmäßig seine Einstellung („Wie Gregerl arbeitet, ist bemerkenswert“), kann ihm aber keine kontinuierliche Einsatzzeit bieten. Mit Blick auf die WM 2026 ist Spielpraxis für Gregoritsch jedoch entscheidend. Sein Vertrag läuft bis 2026, gegen eine moderate Ablösesumme würden ihn die Freiburger wohl gehen lassen.
Werder-Kapitän Friedl mit deutlicher Kritik
Die angespannte Transfersituation hat Marco Friedl nach dem Pokal-Aus in Bielefeld zu klaren Worten veranlasst: „Es muss noch etwas passieren, das sage ich seit Wochen. Wir brauchen von allem mehr. Auch mehr Qualität. Ansonsten wird das ein ganz schwieriges Jahr.“
Die Fakten geben ihm recht. Zum zweiten Mal in Folge scheiterte Werder in der ersten Runde am Zweitligisten Bielefeld. In acht Vorbereitungsspielen blieb die Mannschaft viermal torlos, auch im Pokal fiel kein Treffer.
Offensivlücke im Kader
Mit Ducksch und dem Ende von Silvas Leihe fehlt Werder die komplette Sturmspitze der Vorsaison. Keke Topp ist der einzige nominelle Mittelstürmer im Kader, fiel in der vergangenen Saison aber monatelang verletzt aus und konnte sich nicht etablieren.
Zusätzlich schwächten weitere Abgänge die Offensive: Oliver Burke wechselte zu Union Berlin, Justin Njinmah denkt über einen Transfer nach. Statt Verstärkung ist die Angriffsreihe aktuell klar schlechter besetzt als im Vorjahr.
Fixierung auf Silva war ein Fehler
Die einseitige Fixierung auf Silva erweist sich als Fehler. Über Wochen liefen Verhandlungen mit Leipzig, ohne dass parallele Alternativen ernsthaft verfolgt wurden. Nach Silvas Wechsel nach Spanien blieben nur wenige Wochen bis zum Saisonstart.
Neben der Gregoritsch-Personalie arbeitet Werder an weiteren Verpflichtungen. Der Schweizer Außenverteidiger Isaac Schmidt von Leeds United steht vor einer Leihe mit Kaufoption. Zudem wird Alexander Schwolow als möglicher zweiter Torhüter gehandelt, sollte Michael Zetterer nach Frankfurt wechseln.
Der Saisonstart steht unmittelbar bevor. Mit jedem Tag sinkt die Zahl verfügbarer Optionen im Angriff. Sollte auch Gregoritsch nicht verpflichtet werden, bliebe Werder mit einer erheblichen Lücke in der Offensive. Friedls Einschätzung eines „ganz schwierigen Jahres“ erscheint vor diesem Hintergrund realistisch.
