ÖFB: Steht Peter Schöttel vor dem Aus als Sportdirektor?
Beim Österreichischen Fußball-Bund könnte eine zentrale personelle Veränderung bevorstehen. In mehreren heimischen Medien kamen zuletzt Spekulationen über die Zukunft von Sportdirektor Peter Schöttel auf. Eine für Freitag angesetzte Sitzung könnte nun Klarheit bringen.
Schöttel bekleidet den Posten des ÖFB-Sportdirektors mittlerweile seit Oktober 2017 und ist damit seit beinahe neun Jahren für die sportlichen Agenden des Verbandes verantwortlich. Der 59-Jährige trat damals die Nachfolge von Willi Ruttensteiner an und erlebte zunächst die Ära von Franco Foda, ehe er 2022 maßgeblich an der Verpflichtung von Ralf Rangnick beteiligt war. Unter dem Deutschen etablierte sich Österreich wieder als regelmäßiger Teilnehmer an Großereignissen und qualifizierte sich auch erstmals seit 1998 für eine Weltmeisterschaft.
Schöttels Aufgaben wurden bereits aufgeteilt
In den vergangenen Jahren veränderte sich Schöttels Position innerhalb des Verbandes allerdings zunehmend. Ende 2024 wurde der ehemalige Nationalspieler Sebastian Prödl als Sportlicher Leiter der Nachwuchs-Nationalteams installiert und übernahm damit einen Teil jener Aufgaben, die zuvor direkt bei Schöttel angesiedelt waren. Prödl kümmert sich unter anderem um die sportliche Ausrichtung der Nachwuchsauswahlen und deren organisatorische Abläufe.
Auch beim A-Team verschoben sich die Kräfteverhältnisse. Teamchef Rangnick nahm über seine ursprüngliche Trainerrolle hinaus zunehmend Einfluss auf die sportliche Entwicklung des Verbandes. Das Nachrichtenmagazin „profil“ berichtete bereits Anfang des Jahres, dass Schöttel ÖFB-intern wegen seiner Arbeitsweise nicht unumstritten sei und Rangnick in mehreren Bereichen selbst die Initiative übernommen habe.
Pröll übernahm bei Rangnick die Verhandlungen
Besonders deutlich wurde die veränderte Rollenverteilung bei Rangnicks Vertragsverlängerung bis zur EM 2028. Die entscheidenden Gespräche führte vor allem ÖFB-Aufsichtsratschef Josef Pröll. Der „Kurier“ bezeichnete Schöttel in diesem Prozess sogar als weitgehend außenstehenden Beobachter, obwohl die Zukunft des Teamchefs grundsätzlich eine der wichtigsten sportlichen Personalfragen des Verbandes darstellt – und somit auch eine der wichtigsten Agenden Schöttels.
Ob daraus nun tatsächlich ein Abschied Schöttels folgt, ist allerdings noch offen. Eine offizielle Entscheidung oder Bestätigung des ÖFB gibt es bislang nicht. Die für Freitag angesetzte Sitzung sorgt dennoch dafür, dass die Personalie wenige Wochen vor dem Nations-League-Auftakt gegen Israel zusätzliche Brisanz erhält.
Sollte der Verband tatsächlich einen Wechsel an der Spitze des sportlichen Bereichs vornehmen, wäre auch die Frage nach der Nachfolge spannend. Mit Prödl arbeitet jedenfalls bereits seit Ende 2024 ein nach und nach aufgebauter Akteur mit Nationalteam- und Verbandserfahrung in einer leitenden sportlichen Funktion beim ÖFB – und dessen Verantwortungsbereich wurde seither kontinuierlich ausgebaut.
