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ÖFB-Abschied fix: Salko Hamzić erstmals für Bosnien nominiert

Nur wenige Tage nach seiner Entscheidung, künftig für Bosnien und Herzegowina auflaufen zu wollen, hat Salko Hamzić bereits die erste Einberufung erhalten. Der 19-jährige Torhüter der WSG Tirol wurde von Bosniens Teamchef Sergej Barbarez für den kommenden Lehrgang nominiert.

Damit nimmt der geplante Nationenwechsel des gebürtigen Salzburgers konkrete Formen an. Hamzić stand zuletzt im Fokus des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB), entschied sich nun aber für die Auswahl seines familiären Herkunftslandes. Im Gespräch mit „90minuten.at“ erklärte Hamzić seine Beweggründe.

Dabei betonte der Torhüter ausdrücklich, dass seine Entscheidung nicht als Absage an Österreich verstanden werden solle. „Ich möchte nicht, dass es als Entscheidung gegen den ÖFB verstanden wird. Grundsätzlich habe ich Bosnien aber gesagt, dass ich gerne dabei wäre, wenn sie mich einladen. Es hat sich damals komplett richtig angefühlt, mich für Österreich zu entscheiden. Genauso fühlt sich aber auch diese Entscheidung jetzt richtig an“, sagte Hamzić, der derzeit für die WSG Tirol zwischen den Pfosten steht.

Gleichzeitig zeigte sich der Torhüter dankbar für seine bisherige Zeit beim ÖFB: „Für die Wertschätzung, die ich in den letzten Jahren bekommen habe, bin ich dankbar. Die gemeinsame Zeit werde ich gut in Erinnerung behalten.“

ÖFB wollte Hamzić halten

Der ÖFB hatte durchaus versucht, das Talent von einem Verbleib im österreichischen Nationalteam zu überzeugen. Sebastian Prödl, Leiter der Nachwuchsnationalteams, bestätigte die Gespräche.

„Wir haben ihm aufgezeigt, welche Möglichkeiten er bei uns hat und welche Vorteile er durch den ÖFB haben könnte. Letztlich hat er uns aber versichert, dass er diese Entscheidung mit totaler Überzeugung für Bosnien getroffen hat“, sagte Prödl gegenüber dem „Kurier“.

Hamzić wurde in Salzburg geboren und durchlief große Teile seiner fußballerischen Ausbildung im österreichischen Nachwuchs. Bereits im Alter von 13 Jahren wechselte er in die Salzburger Akademie.

Mit 16 Jahren kam er erstmals für den FC Liefering in der 2. Liga zum Einsatz. Insgesamt absolvierte der 1,90 Meter große Torhüter 27 Spiele für die Salzburger. 2023 nahm Hamzić am Perspektivspielerlehrgang von Ralf Rangnick teil. Kurz darauf erhielt er die österreichische Staatsbürgerschaft und wurde in die ÖFB-Nachwuchsnationalteams einberufen. Für die U18 absolvierte er drei Spiele, für die U19 neun. Insgesamt kommt Hamzić damit auf zwölf Einsätze für Österreichs Juniorenauswahlen.

Zukunft bei Bosnien und Herzegowina

Im vergangenen Sommer folgte schließlich der Wechsel zur WSG Tirol. Dort wurde Hamzić auf Anhieb zum Stammtorhüter und sammelte weitere Erfahrung im Profifußball. Mit seiner ersten Einberufung durch Teamchef Sergej Barbarez beginnt für den jungen Torhüter bereits in der kommenden Länderspielpause ein neues Kapitel.

Als Stammkeeper dürfte der 19-Jährige aber nicht eingeplant sein – zwischen den Pfosten ist bei WM-Teilnehmer Bosnien und Herzegowina der ehemalige Bundesliga-Keeper Nikola Vasilj gesetzt. Bei weiterhin starken Leistungen dürften die Chancen des gebürtigen Salzburgers aber äußerst gut stehen, langfristig zur neuen Nummer eins der Bosnier zu avancieren.