FIFA WM 2026

Die kurze, aber kuriose Länderspielgeschichte gegen unsere Gruppengegner

Die Auslosung zur Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2026 brachte für die österreichische Nationalmannschaft auch dahingehend ein spannendes Los, als dass praktisch alle drei Mannschaften unbeschriebene Blätter in der Geschichte des ÖFB sind.

Gegen Jordanien bestritt Österreich noch kein einziges Länderspiel. Und auch mit den anderen beiden Gegnern gibt es kaum Geschichte, wenngleich gerade die Connection:Algerien eine ausgesprochen pikante ist.

Gegen Argentinien hieß auch immer: Gegen den Weltmeister

Gegen den großen Gruppenfavoriten Argentinien gab es bis dato nur zwei Länderspiele. Das erste fand im Mai 1980 statt, als Argentinien als amtierender Weltmeister zu einem Freundschaftsspiel ins Wiener Praterstadion kam. Kurt Jara konnte damals einen Ehrentreffer für Österreich erzielen, aber die Gauchos waren am Ende zwei Klassen zu stark und flogen mit einem 5:1 im Gepäck wieder nach Hause. Der überragende Akteur der Albiceleste war dabei natürlich Diego Maradona, der damals drei Treffer erzielen konnte.

Etwas erfolgreicher war das zweite freundschaftliche Aufeinandertreffen der beiden Länder zehn Jahre später. Im Mai 1990 brachte Manfred Zsak die Österreicher schon nach drei Minuten in Führung, ehe Burruchaga, Weltmeister von 1986, den Endstand von 1:1 herstellte. Argentinien wurde erst knapp zwei Monate nach dem letzten Duell mit den Österreichern bei der WM in Italien von Deutschland als Weltmeister abgelöst.

Kurioserweise wird Österreich auch im dritten Duell mit Argentinien auf den amtierenden Weltmeister treffen, wie es schon 1980 und 1990 jeweils in freundschaftlichem Rahmen der Fall war.

Die Schande von Gijon

Mit Algerien gab es erst ein einziges Duell und unmittelbar nachdem das Vorrundenspiel der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien abgepfiffen wurde, ahnte man noch nicht, welche Wellen es bis heute schlagen würde.

In Oviedo gewann Österreich durch Tore von Walter Schachner und Hans Krankl souverän mit 2:0 und schob sich in der Gruppe an die Spitze der Gruppe, weil Algerien mit seinem Topstar Rabah Madjer zuvor Deutschland schlug.

Der 25. Juni 1982 sollte schließlich als „Nichtangriffspakt von Gijon“ in die österreichisch-deutsche Fußballgeschichte eingehen.

Horst Hrubesch hatte bereits nach elf Minuten das 1:0 für die DFB-Elf erzielt, aber nachdem klar war, dass beide Mannschaften unabhängig vom Abschneiden Algeriens im letzten Gruppenspiel gegen Chile (Ausnahme: Ein Kantersieg) aufsteigen würden, entschieden sich die beiden Mannschaften, schlichtweg nichts mehr für das Spiel zu tun.

Speziell in der zweiten Halbzeit tat nahezu keiner der 22 Spieler mehr irgendetwas für das Spiel und der Ball wurde nur noch hin und hergeschoben. Die Ausnahme war Walter Schachner, der praktisch alleine versuchte, noch irgendetwas zu bewegen.

Die Schande von Gijon wirkt bis heute nach und Algerien hat 44 Jahre verspätet nun auch die Chance auf eine Revanche, zu der keiner der aktuellen Spieler einen Bezug hat, der im Land aber durch ältere Generationen sicher bis heute weitergetragen wurde.