Nach scharfer Kritik: Arnautovic vor Rauswurf bei Roter Stern?
Die Zukunft von Marko Arnautovic bei Roter Stern Belgrad ist plötzlich höchst ungewiss. Serbische Medien berichten nach dem enttäuschenden Europacupsommer über einen möglichen vorzeitigen Abschied des 37-Jährigen. Sogar eine Auflösung seines noch bis 2027 laufenden Vertrags steht demnach im Raum.
Der Hintergrund ist sowohl sportlicher als auch finanzieller Natur. Roter Stern verpasste zunächst gegen Hapoel Beer Sheva die Champions League und verspielte anschließend gegen Viktoria Pilsen trotz eines 3:0 im Hinspiel noch den Einzug in die Europa League. Arnautovic bezieht mit kolportierten 2,5 Millionen Euro jährlich das höchste Gehalt der Klubgeschichte – bei wesentlich geringeren Conference-League-Einnahmen ein gewichtiger Kostenfaktor.
Scharfe Kritik aus Serbien
Vor allem seine Auftritte in den entscheidenden Europacupspielen werden kritisiert. „Sportal“ bezeichnete Arnautovic nach dem Aus gegen Hapoel sogar als schlechtesten Spieler auf dem Platz und beschrieb ihn als langsam, schwerfällig und unsicher. „Vivat Sport“ bemängelte nach dem Pilsen-Duell fehlende körperliche Frische und die individuelle Durchschlagskraft. In den wichtigen Partien gegen Hapoel und Pilsen blieb der Wiener ohne entscheidenden Einfluss.
Auch bei Teilen der Anhängerschaft ist die Stimmung gekippt. Unter einem Bericht von „Max-Sport“ fragte ein Leser bereits: „Wie werden wir Arnautovic los?“ Ein anderer verabschiedete ihn gemeinsam mit mehreren Mitspielern kurzerhand mit einem sinngemäßen „Auf Wiedersehen“. Zuvor hatte eine Roter-Stern-Fanseite seine Ausbeute sogar spöttisch mit früheren, deutlich billigeren Angreifern des Klubs verglichen.
Führt der Weg nun an den Golf?
Sollte es tatsächlich zur Vertragsauflösung kommen, wäre ein sofortiger Wechsel innerhalb der großen europäischen Ligen kaum noch möglich. Naheliegender wären Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate oder Katar. In Saudi-Arabiens Pro League kann noch bis 6. September registriert werden, in den Emiraten sogar bis 28. September. Eine Auflösung des Vertrags, wonach Arnautovic eine millionenschwere Abfindung kassieren würde, ist hingegen sehr unwahrscheinlich – auch wegen des Verpassens der Europa League.
Eine Rückkehr nach Österreich erscheint dagegen sehr unwahrscheinlich. Im vergangenen Sommer hatte der SK Rapid wochenlang intensiv um Arnautovic geworben und ihm sogar ein Rekordangebot vorgelegt. Die spektakuläre Transfersaga platzte letztlich, ehe sich der Wiener für seinen Herzensklub Roter Stern entschied. Nur gut ein Jahr später könnte dieses Kapitel nun überraschend früh wieder enden. Für den serbischen Großklub kam „Arnie“ auf zwölf Tore und neun Assists in 40 Partien.
