Nationalteam

Nationalteam-Geschichte: Wenn Österreich auf Spanien traf…

Wenn Österreich heute Abend im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft auf Spanien trifft, ist dies bereits das 17. Duell zwischen diesen beiden Mannschaften, zwischen diesen beiden Nationen.

Die Bilanz gegen die Iberer ist zwar deutlich negativ, aber auch nicht so schlecht wie etwa gegen Mannschaften wie Brasilien, gegen das man noch nie gewinnen konnte, oder Kroatien, gegen das es in sieben Spielen erst einen Sieg gab. Dennoch schwingt, wenn man von Spanien spricht, stets ein einschneidendes Erlebnis nach.

Erstes Duell vor über 100 Jahren

Das allererste Aufeinandertreffen mit Spanien liegt bereits über 100 Jahre zurück. Kurz vor Weihnachten 1924 verlor man das erste Duell mit der Furia Roja in Barcelona mit 1:2. 1936 konnte man im Zuge einer Tour über die iberische Halbinsel in Madrid erstmals gegen die Spanier gewinnen: Beim spektakulären 5:4 trafen unter anderem die österreichischen Fußballerlegenden Josef „Pepi“ Bican und Franz „Bimbo“ Binder.

Zuschauerrekord des Praterstadions

Im Herbst 1960 sorgte ein Duell mit Spanien für eine Rekordkulisse bei einem Heimspiel im damaligen Praterstadion, heute Ernst-Happel-Stadion. Beim 3:0-Sieg, bei dem Helmut Senekowitsch, Horst Nemec und Erich Hof trafen, waren 91.000 Zuschauer zugegen.

Krankl schießt sich für Cordoba warm

Das erste Duell unter Wettkampfbedingungen gab es zum Auftakt der Weltmeisterschaft 1978, als man Spanien im Buenos Aires mit 2:1 biegen konnte. Der Führungstreffer durch Walter Schachner wurde noch ausgeglichen, aber in der 76. Minute sorgte Hans Krankl für das Siegtor. Knapp zwei Wochen später folgte Córdoba.

Auf das nächste Pflichtspiel musste man schließlich knapp neun Jahre warten, als man im Zuge der Qualifikation zur Europameisterschaft 1988 wieder auf die Spanier traf. Trotz Toren von Manfred Linzmaier und Toni Polster verlor man zu Hause mit 2:3 und auswärts musste man sich aufgrund von Toren der beiden Legenden Michel und Manolo mit 0:2 geschlagen geben.

1990 letztmalig siegreich

Den letzten Sieg gegen Spanien gab es im Jahr 1990 auswärts in Malaga: Manolo und der geniale Emilio Butragueño sorgten für eine 2:0-Pausenführung der Iberer, aber Tore von Alfred Hörtnagl, Toni Polster und Gerhard Rodax sorgten doch noch für einen 3:2-Sieg Österreichs.

Und dann kam Valencia…

Neun Jahre später passierte dann aber Valencia. Toni Pfeffers legendäres Halbzeitinterview, in dem er beim Stand von 0:5 konstatierte, dass man das Spiel nicht mehr hoch gewinnen würde brannte sich ins kollektive Fußballgedächtnis unserer Nation ein. Am Ende verlor man das letzte Länderspiel unter Herbert Prohaska mit 0:9. Raúl sorgte damals für vier Tore.

Baur sorgte für letzten Punkt gegen Spanien

Und auch in weiterer Folge war gegen die Spanier nicht viel zu holen. 1999 verlor man das Rückspiel in der EM-Qualifikation für 2000, bereits unter Otto Baric, im Happelstadion mit 1:3.

Bei der Qualifikation für die WM 2022 gelang mit einem 1:1, bei dem Michael Baur das Tor der Österreicher erzielte, immerhin ein Prestigerfolg. Auswärts setzte es, erneut in Valencia, allerdings wieder eine klare 0:4-Niederlage.

Spanien tanzt als Europameister zum Testspielsieg

Das bis dato letzte Länderspiel gegen die Spanier stieg im November 2009. Spanien kam damals als Europameister zu einem Freundschaftsspiel nach Wien und zauberte sich zu einem 5:1-Auswärtssieg. Jakob Jantscher brachte Österreich zwar schon nach sieben Minuten in Führung, aber Cesc Fabregas und ein Doppelpack von David Villa sorgten noch in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse. In der zweiten Hälfte war es ein Doppelschlag durch Daniel Güiza und Pablo Hernandez, der den Endstand herstellte.

Insgesamt spielte Österreich 16-mal gegen die spanische Nationalmannschaft, gewann vier Spiele, remisierte dreimal. Heute ist das vordergründige Ziel, dass es gegen den hohen Favoriten keine zehnte Niederlage gibt.