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GC Zürich trennt sich von Scheiblehner – Messner übernimmt das Ruder

Der Grasshopper Club Zürich gab am Montagabend die sofortige Trennung von Cheftrainer Gerald Scheiblehner bekannt. Gemeinsam mit ihm wurden auch die Assistenten Alexander Zellhofer und Toni Mestrovic freigestellt.

Sportchef Alain Sutter erklärte: „Die Entscheidung ist uns schwer gefallen. Wir hatten mit Gerald, Alex und Toni ein sehr gutes und vertrauensvolles Verhältnis. Das Trainerteam hat in den vergangenen Monaten mit grosser Professionalität gearbeitet und sich mit viel Einsatz für den Grasshopper Club Zürich eingesetzt. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bei ihnen bedanken. Nach einer sorgfältigen Analyse sind wir jedoch zum Schluss gekommen, dass wir für die verbleibende Phase der Saison einen neuen Impuls setzen möchten.“

Scheiblehner wechselte im Sommer 2025 von Blau-Weiss Linz nach Zürich und unterschrieb dort einen Vertrag bis 2027. Zuvor hatte er den Klub aus Linz aus der zweiten Liga in die Bundesliga geführt und in der vergangenen Saison auf Rang sechs gebracht. In Zürich blieb der sportliche Erfolg jedoch aus. In 30 Super-League-Partien unter seiner Leitung gewann GC fünfmal, spielte neunmal unentschieden und verlor 16 Spiele. Zum Zeitpunkt seiner Entlassung lag der Traditionsklub mit 24 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz, fünf Zähler vor Schlusslicht Winterthur.

Unmittelbarer Auslöser für die Trennung war die 1:5-Niederlage beim Tabellenführer FC Thun, die dritte Niederlage in Folge. Bei diesem Spiel erzielte übrigens der ehemalige Rapid-Spieler und Thun-Legionär Furkan Dursun seinen ersten Saisontreffer für seinen neuen Klub. Gleichzeitig punktete Winterthur am selben Spieltag in Luzern, wodurch sich die Situation im Tabellenkeller weiter zuspitzte.

Drei Spieltage vor der Tabellenteilung und acht Runden vor dem Ende der regulären Saison befinden sich die Grasshoppers in einer äusserst heiklen Lage. Mit dem knappen Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz steht der Rekordmeister unter akutem Zugzwang. Einziger Lichtblick in der trüben Saison ist der Einzug in den Cup-Halbfinale: Am 18. April empfängt GC dort den Challenge-League-Klub Stade Lausanne-Ouchy und ein Einzug ins Finale scheint möglich zu sein.

Die sportliche Verantwortung an der Seitenlinie übernimmt bis Saisonende interimistisch Gernot Messner. Der 45-jährige Kärntner war seit Ende Oktober 2025 als U21-Trainer der Grasshoppers tätig, nachdem sein Vorgänger Nikola Marunic kurzfristig freigestellt worden war. Messner weist mit der U21-Mannschaft in der 1. Liga eine starke Bilanz auf und kennt viele der Nachwuchsspieler gut, die auch im Profikader stehen. Messner hatte seinen Trainerlaufbahn als Co-Trainer beim Wolfsberger AC begonnen, später den Grazer AK übernommen und 2024 in die Bundesliga geführt, ehe er nach einem sieglosen Saisonstart freigestellt wurde. Gerald Scheiblehner holte anschließend Messner – und somit seinen Nachfolger – selbst in die Schweiz