Österreichische Bundesliga

LASK – Eine Momentaufnahme oder auf dem Weg zum Großklub?

Die neue Bundesliga-Saison ist nun schon acht Runden alt und es zeichnet sich wieder ein ähnliches Bild ab wie jedes Jahr. Red Bull Salzburg zieht schon früh davon und setzt sich in der Tabelle klar ab. Dahinter befindet sich dieses Jahr aber kein Rapid, kein Sturm oder keine Austria. Dieses Jahr bleibt der LASK an den Fersen der Bullen. Nur können die Linzer diese Konstanz beibehalten?

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In der oberösterreichischen Hauptstadt gibt es Grund zur Freude. Sieben ungeschlagene Partien, davon sechs Siege, bringen die Mannschaft von Oliver Glasner auf den zweiten Tabellenrang. Noch dazu kommt ein mehr als klarer 0:8-Triumph gegen Stadl-Paura in der zweiten Runde des ÖFB-Cups, der die Athletiker souverän in die nächste Runde des Pokalbewerbes einziehen lässt. Ein Erfolg, der sich aus drei Jahren konstanter und in diesem Falle auch guter Arbeit ablesen lässt.

Ein neues Gesicht in der Landeshauptstadt

Im Jahr 2015 nahm Oliver Glasner einen zu diesem Zeitpunkt sehr speziellen Schritt in Angriff. Er wechselte vom damaligen Bundesligisten SV Ried zum Zweitligisten LASK. Bei Ried nur Trainer, übernahm er bei den Hauptstädtern die Aufgaben des Trainers und des Sportdirektors. Manfred Schill, damals LASK-Vorstand Sport, meinte über die Anstellung Glasners, dass „diese Entscheidung ein weiter Schritt im langfristigen Plans des LASK ist, den Klub wieder in die Top-Ebene des heimischen Fußballs zu führen“ und Glasner „mit seiner Philosophie, seiner professionellen Einstellung und seiner fachlichen Kompetenz in das von uns entworfene Anforderungsprofil passt wie kein anderer Trainer“.

Die Vereins-Verantwortlichen sparten nicht an Vorschusslorbeeren gegenüber Glasner. Dieser nahm das Vertrauen dankend an und gab dieses mit Erfolgen zurück. In der Saison 2015/16 übernahm er das Ruder, 2016/17 kam der Aufstieg in die höchste Spielklasse und in der Comeback-Saison schaffte man es direkt auf den vierten Tabellenplatz und somit auch in die Europa-League-Qualifikation. In der dritten Runde scheiterte man dort nach einem harten Kampf am türkischen Großklub Besiktas Istanbul. Auch in der bisherigen Saison zeigt sich auch, dass die Arbeit von Glasner Früchte trägt. In acht Spielen siegte man sechsmal, remisierte einmal und verlor nur das Duell gegen Red Bull Salzburg.

Konstanz und Kaderplanung

Doch warum ist die Situation in Linz so rosig? Wie schon von den Verantwortlichen erwähnt, ist es das langfristige Ziel, den LASK wieder in der Top-Ebene des österreichischen Fußballs zu platzieren. Das spiegelt sich unter anderem in der Kaderplanung wider. Spieler wie Ramsebner, Wiesinger, Ullmann, Ranftl, Michorl und Erdogan gehören seit mindestens 2015 zum Kader der Linzer und sind somit auch den ganzen Weg von der zweiten Liga bis zur Bundesliga mit dem Klub sowie auch mit dem Trainer gegangen. Das schweißt nicht nur die Spieler mit dem Klub bzw. mit dem Trainer zusammen, sondern es bringt Routine in das Spiel der Mannschaft. Denn es sind derzeit genau diese Spieler, die zum absoluten Stamm des LASK gehören und auch die Leistungsträger der Mannschaft sind. Die Youngsters Michorl und Ullmann entwickelten sich beim LASK fast schon zu Routiniers. Spieler wie Ramsebner und Ranftl fehlten in dieser Saison noch in keiner Startaufstellung.

Bei einer gut eingespielten Mannschaft besteht natürlich immer die Gefahr, dass bei vielen Verletzungen der Spielfluss verloren geht. Für den Fall der Fälle haben die Athletiker teilweise vorgesorgt. In der Defensive hat man neben den Stamm-Innenverteidigern auch noch „Oldie“ [spielerprofil spieler=“Emanuel Pogatetz“], Youngster David Bumberger und auch noch den derzeit verletzten Markus Wostry als Ersatz. In der Offensive hat man auch eine relative Hohe Dichte an „Ersatzmännern“ parat. Die Neuzugänge Florian Jamnig, Dominik Frieser, Fabian Benko und Yusuf Otubanjo bilden in der Offensive ein starkes Gespann, was die Statistik beweist. Insgesamt erzielten die vier Genannten neun Tore und lieferten zwei Assists in der bisherigen Saison. Nur im Mittelfeld könnte es bei Verletzungen etwas eng werden. Hinter Michorl, Erdogan und Holland gibt es nur mehr den 19-Jährigen Nemanja Celic als Backup. Notfalls kann Trauner als Sechser aushelfen. 

Neben den „Altbekannten“ verstärkte man sich in den Saisonen mit Spielern, welche die Spielphilosophie von Glasner gut verkörperten. [spielerprofil spieler=“Thomas Goiginger“], kam vom Stadtrivalen Blau-Weiß Linz, entwickelte sich zu einem der stärksten Dribbler der Liga und schraubte seinen Marktwert beachtlich in die Höhe. [spielerprofil spieler=“Gernot Trauner“], der ablösefrei von der SV Ried, ist die Schaltzentrale in der Defensive und in der neuen Saison auch der Kapitän der Mannschaft.

Der LASK formierte sich zu einem Team, welches nicht nur mit ihren Spielern, die Liga aufmischt. Das von ihnen praktizierte Pressing macht die Linzer zu einem sehr unangenehmen Gegner in der österreichischen Fußball-Bundesliga. Meist in einer 3-4-3-Formation wird das frühe Pressing von der Offensive bis zur Defensive praktiziert. Das Ziel ist dann natürlich, dass der Gegner zum weiten Ball greift und die Defensive, die zwischen Fünfer- und Dreier-Kette hin- und herwechselt, wieder in den Ballbesitz kommt. Direkter Fußball gehört zu den Stärken dieser Mannschaft, die in der Liga immer wieder schwer zu bespielen ist.

Infrastrukturell darf man sich in Linz auf bessere Zeiten einstellen, denn voraussichtlich in 2020 wird der LASK eine neue Heimstätte bekommen. Bis zu 19.000 Fußballbegeisterte wird das neue Stadion, welches am Pichlinger See Platz finden soll, beheimaten. Mit über 3000 Parkplätzen und einer S-Bahn-Verbindung soll auch die Anreise für die Fans der „Athletiker“ einwandfrei funktionieren.

Gute Aussichten

Ein langfristiges Ziel, konstante Arbeit und eine Mannschaft, die sich durch ihre Spielanlage auszeichnet. Dazu noch ein Trainer, der seine Spieler versteht und das Ziel nicht aus den Augen verliert. Der Weg des Linzer Athletik-Sport-Klubs sieht allemal vielversprechend aus. Das sieht auch der Trainer des direkten Konkurrenten aus Salzburg, Marco Rose, so. Der Deutsche meint, dass man den LASK „auf dem Zettel haben muss“. „Ihre Spielweise, ihr Pressing und die Automatismen, die dort greifen – es ist eine Mannschaft, mit der man unbedingt rechnen muss“, zollt Rose den Linzern großen Respekt. Wenn es in der Zukunft in dieser Tonart so weitergeht, wird mit dem LASK auf alle Fälle zu rechnen sein. Die Voraussetzungen sind auf alle Fälle gegeben. 

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Lukas Lorber

Lukas LORBER (Redaktion) Bei 12terMann seit: 10/2016

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