EM 2016

Reise durch die EM-Geschichte: England 1996

„Football’s coming home“ war das Motto der Europameisterschaft 1996 in England, dem Mutterland des Fußballs. Erstmals nahmen 16 Teams in vier Vierergruppen an einer Endrunde Teil und auch die Golden-Goal-Regel war erstmals ins Regelwerk aufgenommen. Eine weitere Änderung betraf das Punktesystem, ein Sieg war von nun an drei, statt wie bisher zwei, Punkte wert.

Das österreichische Nationalteam

Das ÖFB-Team sah sich in der Qualifikation Portugal, Irland, Nordirland, Lettland und Liechtenstein gegenüber. Die Chance auf eine erfolgreiche Qualifikation lebte lange. Erst am letzten Spieltag scheiterte man mit einer 3:5-Niederlage in Nordirland am zweiten Gruppenplatz, der für ein Relegationsspiel gegen die Niederlande berechtigt hätte. Durch die Niederlage schaute nur der vierte Rang heraus. Erfolgreichster Torschütze aus österreichische Sicht war der Rekordtorschütze des Nationalteams Toni Polster mit elf Treffern.

Turnierverlauf

In Gruppe A traf Gastgeber England auf die Niederlande, Inselnachbar Schottland und die Schweiz. Die Engländer wollten wie 30 Jahre zuvor bei der Weltmeisterschaft 1966 den Titel im eigenen Land gewinnen und begannen mit einem Remis gegen die Schweiz und einem 2:0 gegen die Schotten. Die Niederlande holte zu Beginn ein torloses Remis gegen Schottland und ein 2:0 gegen die Eidgenossen. Vor dem letzten Spieltag konnten somit bis auf die Schweiz noch alle Teams ins Viertelfinale aufsteigen. England besiegte die Niederlande 4:1 und Schottland die Schweiz mit 1:0. Ausschlaggebend für den Aufstieg der Niederlande war schlussendlich der Treffer späte Treffer von Patrick Kluivert beim 1:4-Debakel gegen die Gastgeber

In Gruppe B spielten Frankreich, Spanien, Bulgarien und Rumänien. Schlussendlich setzten sich die Franzosen, dank eines 3:1 am letzten Spieltag gegen Bulgarien und die Spanier durch. Die Bulgaren mit ihrem Starstürmer Christo Stoitschkow sowie Rumänien mit Gheorghe Hagi enttäuschten und mussten die Heimreise antreten.

In Gruppe C spielten Deutschland, Tschechien, Italien und Russland. Die Deutschen starteten mit einem 2:0 gegen Tschechien in das Turnier. Es folgten ein souveräner 3:0-Sieg gegen Russland und ein 0:0 gegen Italien. Tormann Andreas Köpke blieb somit in der gesamten Gruppenphase unbezwungen. Als zweites Team qualifizierte sich Tschechien fürs Viertelfinale. Unsere, seit der Auflösung der Tschechoslowakei erstmals qualifizierten, nördlichen Nachbarn fixierten nach einem 2:1 gegen Italien im letzten Gruppenspiel gegen Russland erst in letzter Sekunde den Aufstieg. Vladimir Smicer war mit seinem Ausgleich zum 3:3 der umjubelte Held.

Die Gruppe D bildeten Portugal, Kroatien, Titelverteidiger Dänemark und die Türkei. Die Portugiesen stiegen nach einem 1:1 gegen Dänemark, einem 1:0 gegen die Türkei und einem 3:0 gegen die Kroaten als Sieger der Gruppe D auf. Zweiter Aufsteiger waren die Kroaten, die es sich nach zwei Auftaktsiegen gegen die Türkei (1:0) und Dänemark (3:0) leisten konnten am letzten Spieltag einige Stammspieler zu schonen. Der Titelverteidiger musste also ebenso die Heimreise antreten wie die erstmals qualifizierten Türken, die ohne Punkt- und Torerfolg blieben.

Im ersten Viertelfinale zwischen England und Spanien im Londoner Wembley-Stadion fielen 120 Minuten lang keine Tore. Anschließend blieben die Three Lions mit 4:2 i.E. siegreich. Es war gleichzeitig der letzte englische Sieg im Elfmeterschießen bei einer EM oder WM. Seither scheiterten sie fünf Mal in Folge. Auch im zweiten Viertelfinale zwischen Frankreich und den Niederlanden kam es nach torlosen 120 Minuten zur Entscheidung vom Elfmeterpunkt. Nachdem Clarence Seedorf vergab und Laurent Blanc zum 5:4 verwandelte mussten sich die Oranje zum zweiten Mal in Folge nach einem Elfmeterschießen von einer EM-Endrunde verabschieden. Im Viertelfinale von Manchester setzte sich Deutschland dank Treffern von Jürgen Klinsmann und Matthias Sammer gegen Kroatien, für die mit Starstürmer Davor Suker der treffsicherste Stürmer der Qualifikation erfolgreich war, mit 2:1 durch. Das letzte Viertelfinale stieg zwischen Tschechien und Portugal. Die Iberer waren aufgrund ihrer technischen Stärke durch Luis Figo und Co eigentlich der Favorit, mussten sich aber nach einem Treffer von Karel Poborsky mit 0:1 geschlagen geben

Das erste Halbfinale zwischen Tschechien und Frankreich war von einem konzentrierten Defensivkonzept bei der Teams geprägt. Bereits zum dritten Mal im Laufe der K.o.-Runde kam es nach torlosen 120 Minuten zu einem Elfmeterschießen. In diesem stiegen der auf tschechischer Seite Torhüter Petr Kouba, der einen Versuch von Reynald Pedros parieren konnte, und Miroslav Kadles, der den entscheidenden Elfmeter verwandelte, zu den Matchwinnern auf. Im zweiten Halbfinale kam es zum ewigen „Klassiker“ England gegen Deutschland. Der EM-Gastgeber begann furios und kam bereits in der 3. Minute durch Alan Shearer zur 1:0-Führung. Der Ausgleich für fiel allerdings bereits in der 16. Minute durch Stefan Kuntz. Nach intensiven und hochspannenden 90 Minuten ging es mit 1:1 in die Verlängerung. In dieser traf zunächst Darren Anderton nur die Stange und ein weiteres Tor von Kuntz wurde aberkannt. Auch Paul Gascoigne und Christian Ziege konnten ihre Großchancen nicht nutzen. Im folgenden Elfmeterschießen trafen die jeweils ersten fünf Schützen, eher Gareth Southgate an Andreas Köpke scheiterte und Andreas Möller mit seinem Elfmeter Deutschland ins Finale schoss.

Im Finale von Wembley kam es zur Neuauflage des Finales von Belgrad 1976. Deutschland und Tschechien standen sich zudem bereits in der Vorrunde (2:0) der EM 1996 gegenüber. Die Deutschen hatten zwar etwas mehr vom Spiel, die Führung gelang aber den Tschechen. Patrik Berger verwandelte in der 59. Minute einen Foulelfmeter. Den Augleich für das Team von Berti Vogts besorgte der kurz zuvor eingewechselte Oliver Bierhoff in Minute 73. Nachdem in der regulären Spielzeit kein weiteres Tor mehr fallen wollte, kam es zum fünften Mal im siebten K.o.-Spiel zu einer Verlängerung, in der abermals Bierhoff traf. Der Stürmer schoss in Minute 95 das erste Golden Goal der EM-Geschichte und Deutschland zum dritten Mal zum Europameistertitel.

Facts

  • Gastgeber: England
  • Teilnehmer: 16
  • Europameister: Deutschland

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Sebastian Sohm

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Sebastian SOHM
(Redakteur, Nachwuchsfußball)

Bei 12terMann seit: 09/2015

M: sebastian.sohm@12termann.at

 

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