Argentinische Medien warnen: „Österreich kann Schwierigkeiten bereiten“
Vor dem heutigen WM-Duell gegen Argentinien waren wir gespannt, was die argentinischen Medien über die heutige Partie gegen Österreich schreiben. Wie schätzen sie die Auswahl von ÖFB-Trainer Ralf Rangnick ein? Welche Themen dominieren die Berichterstattung im Vorfeld der Partie? Wir fassen die interessantesten Aussagen der argentinischen Zeitungen für euch zusammen!
Ámbito: „Pablo Aimar, der wichtigste Assistent von Lionel Scaloni in der argentinischen Nationalmannschaft, sprach vor dem Spiel am Montag gegen Österreich und versicherte, dass es ein schwieriger und anderer Gegner als Algerien werde. Österreich ist eine sehr harte Mannschaft, so wie wir sehen, dass die große Mehrheit der Teilnehmer dieser WM sehr hart ist. Mit einem anderen Ansatz als Algerien, vielleicht mit physisch besseren Spielern – es wird genauso hart werden.
La Nación: „Österreich ist eine Mannschaft, die über weniger Mittel als die argentinische Auswahl verfügt. Sie hat aber einige Facetten, die gefährlich werden können. Darauf muss Argentinien achten – vor allem, weil Österreich, wenn es Risiko nehmen muss, sogar nur mit zwei Verteidigern absichert. Vielleicht wird Österreich gegen Argentinien nicht denselben Ansatz wählen wie gegen Jordanien. Oder es wird einige Mittel dosieren, um zu sehen, wann sie angewendet werden und wann nicht. Aber diese Mannschaft nutzt als Werkzeug das hohe Pressing nach Ballverlust und auch das hohe Pressing gegen den Spielaufbau des Gegners. Als offensives Mittel verwendet sie Flanken und vertikale Zuspiele für zweite Bälle: Einer der Angreifer gewinnt das Duell, aber meistens schließt ein Mitspieler ab, der diesen Angriff unterstützt. Österreich hat ein risikoreiches Spiel und seine größten Defizite liegen in den fehlenden Verbindungen zwischen der letzten Linie und den Mittelfeldspielern, die die Korridore sehr offen lassen. Das gilt umso mehr beim defensiven Umschalten: Viele Spieler können zurücklaufen, aber das ist nicht gleichbedeutend mit defensiver Stabilität. Stefan Posch, der sich gegen Jordanien den Kiefer gebrochen hat und fraglich ist, schiebt auf der rechten Seite normalerweise wie eine Planierraupe an, ist aber auch Teil der Räume, die Österreich hinten offen lässt. Defensiv ist es eine ungeordnete Mannschaft: Vielleicht verteidigen am Ende vier oder fünf Spieler viele Meter in Länge und Breite. Wenn Argentinien den Ball erobert und vertikal nach vorne spielt, kann ein einziger Pass einen Spieler frei vor das Tor bringen.“
Infobae: „In wenigen Stunden muss die argentinische Nationalmannschaft ihr zweites WM-Spiel gegen Österreich bestreiten. Es ist eine Weltmeisterschaft, die viele Überraschungen bringt, einige davon gegen große Mannschaften. Deshalb dürfen sich die Spieler von Lionel Scaloni nicht zu sicher fühlen. Was die Mannschaft betrifft, die Scaloni für heute Nachmittag im Kopf hat, sagte der Trainer in der Pressekonferenz zwar, Gonzalo Montiel sei wieder fit, doch als rechter Außenverteidiger dürfte Nahuel Molina beginnen. Der Rest der Startelf wäre dieselbe, die zum Auftakt gegen Algerien klar gewann. Ralf Rangnick, der deutsche Trainer Österreichs, ist einer der großen Impulsgeber des hohen Pressings im modernen Fußball. Seine Idee basiert auf einer aggressiven, intensiven Mannschaft, die bereit ist, den Ball so nahe wie möglich am gegnerischen Tor zurückzuerobern. Normalerweise verwendet sie eine Struktur mit vier Verteidigern, zwei zentralen Mittelfeldspielern, zwei Flügelspielern, einem offensiven Mittelfeldspieler hinter dem Stürmer und einer einzigen offensiven Spitze im Strafraum. Die europäische Mannschaft ist ein Team, das Risiken eingeht, weil es weit weg vom eigenen Tor verteidigt und seine Spieler ständig zu direkten Duellen zwingt. Dieser Mut kann zu einer Stärke werden, doch gegen Argentinien muss Österreich Vorsichtsmaßnahmen treffen: Ein Spiel mit offenem Visier gegen die Scaloneta kann eine Defensive zu stark entblößen, die eine der gefährlichsten Offensiven der Welt vor sich hat.“
Kommentar von Diego Latorre (Infobae): „Österreich kann gewisse Schwierigkeiten bereiten. Wir sprechen nicht von einer Mannschaft, die viele Vorzüge hat, aber vielleicht hat sie zwei oder drei, die sie auszunutzen weiß. Sie ist aggressiv und kein Team, das sich hinten hineinstellen wird. Sie ist taktisch sehr gut von ihrem Trainer, dem Deutschen Ralf Rangnick, vorbereitet und wird wahrscheinlich versuchen, Argentinien den Ball hoch abzunehmen oder ihn dort zurückzuerobern. Deshalb wird Argentinien vor allem über Lisandro Martínez einen guten ersten Pass finden müssen, um dieses Pressing zu überspielen, das der Gegner ausführen kann. Österreich ist eine Mannschaft, die an das glaubt, was sie tut, mit einem sehr guten Trainer. In diesem Fall könnte Scaloni, soweit wir verstanden haben, trotz des starken Spiels Argentiniens eine andere Variante vorbereitet haben. Es ist nicht bestätigt, aber alles deutet darauf hin, dass es eine Veränderung im Mittelfeld geben könnte – und natürlich auch vorne, falls Julián Álvarez anstelle von Lautaro Martínez beginnt.“
TyC Sports: „Nach dem vielversprechenden Auftakt mit dem Sieg gegen Algerien bereitet sich Argentinien auf das Spiel gegen Österreich vor. Trotz der guten Leistung am ersten Spieltag plant Lionel Scaloni einige Anpassungen in der Formation, auf der Suche nach einem weiteren Sieg, der die Albiceleste ins Sechzehntelfinale bringen würde. Es zeichnet sich eine Änderung ab: Gonzalo Montiel hat Probleme im rechten hinteren Oberschenkel und soll auf der Bank geschont werden. Seinen Platz würde Nahuel Molina einnehmen, der vom Trainer als Stammspieler betrachtet wird.“
