Gernot Trauner feiert Comeback nach langer Verletzungspause
Rund elf Monate nach seinem letzten Pflichtspiel hat Innenverteidiger Gernot Trauner am Sonntag, dem 12. April 2026, sein Comeback für Feyenoord Rotterdam gegeben. Beim Eredivisie-Auswärtsspiel gegen NEC Nijmegen im Goffertstadion wurde der österreichische Innenverteidiger in der Nachspielzeit eingewechselt und stand damit nach einer der schwersten Phasen seiner Karriere endlich wieder auf dem Rasen.
Das Duell am 12. April 2026 im Nijmegener Goffertstadion vor 12.650 Zuschauern war sportlich durchaus brisant: Feyenoord als Tabellenzweiter traf auf den punktgleichen Verfolger NEC Nijmegen. Die Rotterdammer gingen durch einen Treffer von Ayase Ueda in der 18. Minute in Führung. Feyenoord hielt diesen Vorsprung lange Zeit, ehe Danilo NEC in der 90.+7 Minute doch noch den Ausgleich erzielte.
Gernot Trauner war zuvor für dieses Spiel überraschend in den Kader berufen worden – zum ersten Mal seit dem 18. Mai 2025. Vor dem Anpfiff hatte Trainer Robin van Persie noch verhalten kommuniziert, ob der Österreicher tatsächlich Spielminuten erhalten würde. Die Einwechslung in der Nachspielzeit kam für die meisten Fans daher unerwartet, war aber angesichts der angespannten Personallage in der Feyenoord-Defensive keine Überraschung.
Trauners jüngste Verletzungsgeschichte ist durchaus komplex. Anfang Juni 2025 zog sich der Verteidiger eine Achillessehnenverletzung zu. Diese Verletzung zwang ihn zu einer Operation und beendete seine Saison frühzeitig. Sein letztes Pflichtspiel bestritt er am 18. Mai 2025 in einer 0:2-Niederlage bei SC Heerenveen.
Die Rehabilitation verlief von Anfang an schwierig. Anders als bei früheren Blessuren, bei denen ein klarer Zeitplan bestand, war diesmal keine konkrete Rückkehrprognose möglich. Trauner selbst beschrieb die Situation gegenüber dem clubeigenen Sender Feyenoord ONE als die schwierigste Periode seiner Laufbahn: „Ich muss auf meinen Körper hören. Ich kann nicht schneller gesund werden, wenn mein Körper nicht mitmacht. Das war anfangs sehr schwer zu akzeptieren.“ Der entscheidende Rückschlag kam im Oktober 2025: Trainer Robin van Persie bestätigte, dass Trauner eine neuerliche Operation benötigt: „Gernot ist eine Zeit lang im Ausland gewesen und hat dort an seinem Genesung gearbeitet. Vor etwa zehn Tagen hat er wieder einen Eingriff gehabt. Er ist vollständig in seiner Reha und fehlt vorerst weiter„, erklärte Van Persie damals. Dieser zweite chirurgische Eingriff warf das Rekonvaleszenzprogramm deutlich zurück.
Bereits im Dezember 2025 trainierte Trauner wieder auf dem Platz, allerdings noch separat von der Mannschaft. Anfang 2026 äußerte er sich in einem Interview mit Canal+ und beschrieb seinen Zustand: „Es gibt im Genesungsprozess immer wieder kleine Rückschläge, aber ich bin guter Dinge, dass ich es hinbekomme.“ Ende März 2026 erschien er schließlich wieder beim öffentlichen Training von Feyenoord.
Trainer Robin van Persie ließ in den Wochen vor dem Comeback keinen Zweifel daran, wie wertvoll er Trauner für das Team erachtet. „Die Male, die er mit uns trainiert, machen mich wirklich sehr glücklich. Er ist ein echter Klasse-Spieler„, sagte Van Persie bei einer Pressekonferenz Anfang April 2026. „Er arbeitet auch sehr hart dafür. Wir werden sehen, wohin das führt – in Bezug auf die kommende Transferperiode und nächste Saison.“ Van Persie weiter zu Trauners aktuellem Zustand: „Es ist ziemlich besonders, dass jemand, der so lange ausgefallen ist, sofort wieder dieses Niveau abrufen kann. Das schaffen nicht viele Spieler.“
Trauner selbst betonte trotz aller Rückschläge stets seinen Willen zur Rückkehr. Im Januar 2026 sagte er: „Mit der Weltmeisterschaft vor mir und meinem auslaufenden Vertrag habe ich die beste Motivation, jeden Tag hart zu arbeiten.“
Feyenoord kämpft in dieser Saison um Platz 2. Die PSV Eindhoven war in der aktuellen Spielzeit eine Klasse für sich und sicherte sich bereits den Meistertitel. Die Bedeutung von Platz zwei ist aber groß: Der Eredivisie-Zweite qualifiziert sich direkt für die Champions League-Gruppenphase, während der Dritte die beschwerliche Qualifikationsroute über die Vorrundenspiele nehmen muss. Feyenoord hat somit noch vier Spieltage Zeit, den zweiten Platz zu verteidigen – eine Aufgabe, die durch die personellen Probleme in der Abwehr zusätzlich erschwert wird.
Gernot Trauner steht bei Feyenoord vor einer offenen Zukunft: Sein Vertrag läuft im Sommer aus, eine Verlängerung ist durchaus möglich. Der 34-Jährige ist nach langer Verletzungspause grundsätzlich bereit zu bleiben, die Frage ist wie der Klub seine Rolle in der kommenden Saison sieht. Seit seinem Wechsel 2021 absolvierte er 133 Pflichtspiele und gewann unter anderem die Meisterschaft in der Saison 2022/23.
