Saison in Polen startet – mit 9 ÖFB-Legionären und einem echten Goalgetter
Heute Abend beginnt die neue Saison in der polnischen Ekstraklasa. Für gewöhnlich ist dies hierzulande eine Randnotiz. Aber in der Saison 2026/27 werden gleich neun österreichische Kicker an der Liga teilnehmen. Unter anderem ein soeben aufgestiegener Torjäger, den man durchaus auf dem Radar behalten muss.
Insgesamt neun ÖFB-Legionäre spielen in Polens höchster Spielklasse. Bei Cracovia der 22-jährige Dijon Kameri und Ex-Wolfsberg-Kapitän Dominik Baumgartner. Die meisten Legionäre stehen bei Wisla Krakau unter Vertrag, das soeben nach vier Jahren in der zweiten Liga den Wiederaufstieg schaffte. Hier spielen Julius Ertlthaler, Marko Bozic, Dario Grujcic und Ervin Omic. Ebenfalls aufgestiegen ist Slask Wroclaw, wo der einstige Rapid-Nachwuchsspieler Marko Dijakovic Reservist ist. Und von der Austria nach Polen wechselte Innenverteidiger Tin Plavotic, der sich Motor Lublin anschloss.
Der neureiche Aufsteiger Wieczysta
Der dritte Aufsteiger im Bunde sind die Gelb-Schwarzen von Wieczysta Krakau, die sich über das Aufstiegsplayoff erstmalig für die Ekstraklasa qualifizierten. Den Klub gibt es bereits seit 1942, aber über den Amateurstatus kam er jahrzehntelang nicht hinaus. Vor elf Jahren stieg der Klub sogar in die siebte polnische Liga ab.
2020 erklärte der Geschäftsmann Wojciech Kwiecien, groß beim Klub einsteigen zu wollen, was er schließlich auch sofort tat. In der ersten Saison mit Investor wurde man Fünftligameister ohne Punktverlust und einem Torverhältnis von 216:8. Man holte ehemalige Nationalspieler und im Sommer 2022 wurde erstmals seit Jahrzehnten der Aufstieg in die vierte Liga fixiert.
Die Saison 2022/23 war die erste, in der man nicht aufstieg. Im Sommer 2023 rüstete man demnach weiter nach, holte mit Michal Pazdan und Jacek Goralski weitere ehemalige polnische Nationalspieler, sowie von Rapid Edeltechniker Christoph Knasmüllner, der allerdings nicht mal in den Stamm der zusammengekauften Truppe schaffte. 2024 gelang erwartungsgemäß der Aufstieg in die dritte Liga und 2025/26 der Durchmarsch in Polens zweite Liga, wo man in der abgelaufenen Saison Dritter wurde und sich schließlich über die Playoffs für die höchste Spielklasse qualifizieren konnte.
Stefan Feiertag als Wieczystas Torgarant
Ein Österreicher, der den Klub aus Krakau auch in die Ekstraklasa begleiten wird, hatte an diesem Erfolg erheblichen Anteil. Der 24-jährige Niederösterreicher Stefan Feiertag, Cousin von Christoph und Dominik Baumgartner und ehemaliger österreichischer U18-Nationalspieler, wechselte vor einem Jahr vom Blau-Weiß-Linz zu Wieczysta, wo er sich nach und nach zu einer echten Stütze entwickelte.
Insgesamt brachte er es in seiner bis dato einzigen Saison für den polnischen Klub in 28 Pflichtspielen auf 17 Tore und 5 Assists. Im Aufstiegsplayoff erzielte er gleich drei der fünf Treffer, die seiner Mannschaft den Aufstieg sicherten. Eine knappe Woche nachdem dieser fixiert wurde, verlängerte Wieczsta den Vertrag mit Feiertag bis Sommer 2028 und besserte noch einmal das Gehalt auf.
Wenn der einstige St. Pölten-Akademiespieler seine Torquote annähernd halten kann, dann wird der polnische Aufsteiger für den 186cm-Mann sicher nicht das Ende der Fahnenstange bedeuten. Unter allen ÖFB-Legionären, die in der neuen Saison in Polens Beletage auflaufen werden, ist Feiertag sicher der mit dem spannendsten Potenzial nach oben.
