Sturm-Talent Leon Grgic will für Kroatien spielen
Uns erreichte eine Presseaussendung, in der der ÖFB mitteilte, dass der junge Angreifer des SK Sturm, Leon Grgic, zukünftig für die kroatische Nationalmannschaft auflaufen will. Der ÖFB will in der Zukunft solche grundsätzlichen Fragen bereits früher klären, wie aus folgender Presseaussendung ersichtlich wird:
Die gezielte und individuelle Förderung von Talenten im österreichischen Fußball ist ein zentrales Anliegen des ÖFB. Gleichzeitig stellt sich immer wieder die Frage nach der sportlichen Identifikation von Spielerinnen und Spielern, die grundsätzlich für mehrere Nationen einsatzberechtigt wären. Eine aktuelle Personalie macht diese Thematik besonders deutlich.
Leon Grgic hat sich kürzlich gegen eine internationale Zukunft im ÖFB entschieden. Der Spieler hat sämtliche heimischen Nachwuchs-Nationalteams sowie das Spitzenförderprogramm Projekt12 durchlaufen und wurde über viele Jahre intensiv betreut und individuell gefördert.
Im Juni 2025 hatte sich der Spieler gegen eine Nominierung für das A-Nationalteam entschieden und hat eine darauffolgende Nominierung für die U21-Auswahl ebenfalls abgesagt.
In den vergangenen beiden Jahren stand der ÖFB mit Grgic und seinem familiären Umfeld in engem, sowohl inhaltlich als auch emotional intensivem Austausch. Dabei wurden dem Spieler klare Perspektiven und konkrete Entwicklungsschritte im Nationalteam aufgezeigt. Die Verantwortlichen haben nichts unversucht lassen, den Spieler nachhaltig für den rot-weiß-roten Weg zu begeistern.
Umso wichtiger wird es auch künftig sein, frühzeitig Klarheit bezüglich der sportlichen Identifikation eines Spielers bzw. einer Spielerin zu schaffen.
„Mit der Etablierung der Position von Sebastian Prödl als Leiter Nachwuchs-Nationalteams haben wir ein Zeichen gesetzt, diese sensiblen und strategisch wichtigen Themen noch intensiver und professioneller anzugehen“, sagt ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel. „Die persönliche Entscheidung jedes Spielers ist natürlich zu respektieren. Es muss aber künftig unser Ziel sein, dass die hohen Investitionen des ÖFB in Talente denen zugutekommen, die sich auch emotional und mit voller Überzeugung für den österreichischen Weg entscheiden“.
Der ÖFB beobachtet zudem, dass Spieler, die bereits einen Nationenwechsel zugunsten eines anderen Verbandes vollzogen haben, diesen Schritt teilweise überdenken und eine Rückkehr zum ÖFB verbandsrechtlich prüfen.
„Der ÖFB wird seinen strategischen Weg konsequent weiterverfolgen – mit Fokus auf jene Spielerinnen und Spieler, die mit Überzeugung, Identifikation und Leidenschaft den rot-weiß-roten Weg mitgehen“, betont Sebastian Prödl.
Das Thema wurde auch beim diesjährigen ÖFB-Trainerkongress in Saalfelden umfassend behandelt und diskutiert. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Im Dienst der Talente“ und richtete sich explizit an Trainer:innen und sportliche Leiter von Talenteförderungseinrichtungen.
