Österreichs WM-Gegner Algerien scheitert im Viertelfinale des Afrika-Cups
Für Algerien endete der Afrika-Cup in Marrakesch mit einer 0:2-Niederlage gegen Nigeria. Nach einer makellosen Gruppenphase blieb im Viertelfinale wenig von jener Stabilität übrig, die das Team zuvor ausgezeichnet hatte. Für Österreich ist das Abschneiden der Nordafrikaner im Hinblick auf die Endrunde 2026 durchaus interessant, da Algerien neben Argentinien und Jordanien einer der Gruppengegner sein wird.
Perfekte Gruppenphase
Algerien hatte die Gruppenphase ohne Punktverlust abgeschlossen. Drei Siege, sieben erzielte Tore, nur ein Gegentreffer. Kapitän Riyad Mahrez erzielte drei Tore, darunter zwei Elfmeter, und war offensiv der auffälligste Spieler. Defensiv überzeugte vor allem Torhüter Luca Zidane, der bei diesem Turnier in drei Spielen kein Gegentor hinnehmen musste.
Die Gegner in der Gruppe – Sudan, Burkina Faso und Äquatorialguinea – stellten Algerien jedoch auch kaum vor Probleme. Ballbesitz, Ruhe im Aufbau und individuelle Qualität reichten aus, um die Spiele zu kontrollieren.
Zähes Achtelfinale
Im Achtelfinale gegen die DR Kongo zeigte sich erstmals, dass Algerien unter Druck weniger Lösungen findet. Über 118 Minuten blieb die Partie torlos. Erst ein Distanzschuss von Adil Boulbina in der Schlussphase der Verlängerung brachte den knappen 1:0-Sieg. Algerien hatte zwar etwas mehr Torchancen, allerdings war das Spiel insgesamt recht ausgeglichen und beide Mannschaften taten sich schwer, wirklich aussichtsreiche Möglichkeiten zu kreieren.
Chancenlos im Viertelfinale
Gegen Nigeria sah man jedoch zum ersten Mal in diesem Turnier eine algerische Mannschaft, die gar keine Lösungen fand. Algerien fand von Beginn an keinen Zugriff auf das Spiel. Nigeria presste hoch, gewann Zweikämpfe und zwang Algerien zu langen Bällen. In den ersten 45 Minuten gab Österreichs WM-Gegner keinen einzigen Torschuss ab.
Nigeria dominierte das Zentrum und nutzte die Flügel konsequent. Victor Osimhen band die Innenverteidiger, während die nachrückenden Spieler Räume attackierten. Ein möglicher Treffer durch Calvin Bassey wurde nach VAR-Überprüfung aberkannt, änderte aber nichts am Spielverlauf.
Kurz nach der Pause erzielte Nigeria die verdiente Führung. Eine Flanke von Bruno Onyemaechi verwertete Osimhen per Kopf zum 1:0. Zehn Minuten später legte Nigeria nach: Osimhen zog zwei Gegenspieler auf sich und legte quer auf Akor Adams, der auf 2:0 stellte.
Algerien versuchte durch Einwechslungen den Spielverlauf zu ändern, doch auch diese blieben ohne Wirkung. Mahrez, der im Turnierverlauf immer wieder seine Klasse zeigen konnte, war im Viertelfinale kaum zu sehen. Über 90 Minuten brachte Algerien keinen einzigen Schuss auf das gegnerische Tor.
Nigeria spielte das Match kontrolliert zu Ende, ließ defensiv kaum Räume und wirkte physisch und taktisch überlegen. Algerien fehlten Tempo, Präsenz im Mittelfeld und Tiefe im Angriffsspiel. Trainer Vladimir Petković sprach nach dem Spiel offen von fehlender körperlicher Stärke und der geringeren individueller Qualität im Vergleich zum Gegner.
Ein Turnier mit zwei Gesichtern
Der Afrika Cup zeigte Algerien in zwei sehr unterschiedlichen Rollen. Gegen schwächere Gegner agierte man sehr seriös und konzentriert, gegen ein Top-Team wie Nigeria jedoch klar limitiert. Die makellose Gruppenphase täuschte über Probleme hinweg, die in den K.-o.-Spielen offen zutage traten.
Für Österreich ergibt sich daraus ein klareres Bild des WM-Gegners: Algerien verfügt über erfahrene Einzelspieler und kann Spiele kontrollieren, wenn es den Rhythmus bestimmt. Gegen aggressive, physisch starke Gegner gerät die Mannschaft jedoch schnell ans Limit – insbesondere dann, wenn sie selbst unter Druck Lösungen finden muss.
