Rest der Welt

Galatasaray streicht Yusuf Demir aus dem Profikader

Für Yusuf Demir ist das Kapitel bei Galatasaray beendet. Der 22-jährige Offensivspieler wurde aus dem Profikader gestrichen und nimmt nicht mehr am Training der Kampfmannschaft teil. Trainer Okan Buruk plant für die Rückrunde ohne den ehemaligen Rapid-Spieler, nachdem sich das Verhältnis zwischen dem Umfeld des Spielers und der Klubführung zuletzt zugespitzt hatte.

Streit mit Galatasaray-Führung

​Die Eskalation hat laut türkischen Medien ihre Wurzeln in einem finanziellen Streit. Demir stimmte einem vorzeitigen Abschied nur unter der Bedingung zu, dass ihm seine ausstehenden Gehälter vollständig ausgezahlt werden. Konkret forderte der Österreicher rund 600.000 Euro an offenen Forderungen. Diese Haltung stieß bei der Galatasaray-Führung um Präsident Dursun Özbek auf massive Ablehnung und führte zur Eskalation.

Bereits Anfang des Monats hatte Trainer Okan Buruk in einer Pressekonferenz vor dem Supercup-Halbfinale gegen Trabzonspor die Trennung öffentlich gemacht. „Wir haben mit Yusuf Demir gesprochen. Wir haben entschieden, uns zu trennen. Wir versuchen, Spieler zu holen, die unsere Mannschaft unterstützen“, erklärte der Cheftrainer.

Der türkische Sportjournalist Ali Naci Küçük erklärte, dass der Kaderstreichung mehrere Gesprächsphasen vorausgingen. Zu Saisonbeginn bot Galatasaray Demir an, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei entsprechender sportlicher Entwicklung um ein weiteres Jahr zu verlängern, wobei für dieses Zusatzjahr ein Jahresgehalt von 950.000 Euro vorgesehen war. Demir wollte grundsätzlich beim Klub bleiben, lehnte dieses Modell jedoch ab und machte im Fall eines vom Verein gewünschten Abgangs eigene Bedingungen geltend. Er signalisierte, dass er einem zusätzlichen Vertragsjahr nur zustimmen würde, wenn dieses mit einem Jahresgehalt von 1,3 Millionen Euro dotiert sei. Als die Klubführung später auf eine Trennung drängte, verlagerte sich der Konflikt auf eine vorzeitige Vertragsauflösung, für die Demir die vollständige Auszahlung seiner offenen Gehälter in Höhe von rund 600.000 Euro forderte. Diese Forderung führte schließlich zur Eskalation und zur Kaderstreichung.

Der Galatasaray-Reporter Kayra Temel ergänzte: „Bei Galatasaray kommunizieren die Spieler und Funktionäre nicht mehr mit Yusuf Demir. Er hat diese Situation selbst herbeigeführt. Jetzt wird der Abschied stattfinden.“

Sportliche Bilanz enttäuschend

Sportlich konnte sich Demir seit seinem Wechsel im September 2022 nie durchsetzen. Für eine Ablösesumme von rund sechs Millionen Euro von SK Rapid verpflichtet, blieb das ehemalige Top-Talent vieles schuldig. Seit seinem Wechsel in die Türkei absolvierte er nur 25 Partien für den Klub und wurde zwischendurch an den FC Basel verliehen, wo er allerdings nach dem ersten Saisondrittel auch aufgrund einer Verletzung keine Rolle mehr spielte. In der laufenden Saison stand Demir insgesamt nur 35 Minuten auf dem Spielfeld.

Mögliche Wechselziele

Türkische Medien brachten unter anderem Göztepe und Gençlerbirliği als mögliche Abnehmer ins Spiel. Laut Berichten hat Demir jedoch kein Interesse an einem Wechsel zu einem abstiegsgefährdeten Klub in der Türkei und spekuliert stattdessen auf einen Transfer in eine europäische Top-Liga.

Demir befand sich vor fünf Jahren noch auf der Top-50-Talente-Liste der UEFA, dem Kreativspieler wurde damals eine große Zukunft vorausgesagt. Der frühe Wechsel zum FC Barcelona sowie weitere Karriereentscheidungen erwiesen sich jedoch als wenig förderlich für seine Entwicklung. Der 22-Jährige sollte nun einen Verein finden, bei dem er regelmäßig Spielzeit erhält und sich sportlich neu etablieren kann.