0:2 gegen Kolumbien: Jordanien beendet WM-Vorbereitung mit Niederlage
Österreichs erster WM-Gegner Jordanien hat seine Vorbereitung auf das Turnier mit einer Niederlage abgeschlossen. Die Mannschaft von Teamchef Jamal Sellami verlor im Snapdragon Stadium in San Diego gegen Kolumbien mit 0:2. Nach dem 1:4 gegen die Schweiz war es für den WM-Debütanten die zweite Testspielniederlage in Folge.
Für Kolumbien wurde Jhon Arias zum entscheidenden Mann. Der Mittelfeldspieler erzielte beide Treffer und sorgte damit für einen verdienten Erfolg der Südamerikaner. Jordanien hielt vor allem in der ersten Halbzeit lange ordentlich dagegen, konnte die defensive Stabilität aber nicht über die gesamte Partie halten.
Jordanien zunächst kompakt
In der Anfangsphase zeigte Jordanien ein ähnliches Bild wie schon in anderen Vorbereitungsspielen. Sellamis Mannschaft stand kompakt, versuchte die Räume im Zentrum eng zu halten und suchte nach Ballgewinnen schnell den Weg nach vorne. Kolumbien hatte deutlich mehr Ballbesitz, kam aber zunächst nur schwer zu klaren Chancen.
Der Druck wurde allerdings mit Fortdauer der ersten Halbzeit größer. In der 41. Minute fand Kolumbien schließlich die Lücke: Jhon Arias schloss einen Angriff nach Vorarbeit von James Rodríguez zum 1:0 ab.
Arias entscheidet die Partie
Nach der Pause wurde Kolumbien dominanter. Die Südamerikaner kontrollierten das Spiel klarer, während Jordanien immer seltener längere Ballbesitzphasen zustande brachte. In der 55. Minute fiel die Vorentscheidung: Santiago Arias flankte, Jhon Arias köpfelte zum 2:0 ein und schnürte damit seinen Doppelpack.
Die Spieldaten zeigen die Kräfteverhältnisse recht deutlich. Kolumbien kam auf 67 Prozent Ballbesitz und spielte 326 Pässe, Jordanien nur 156. Bei den Abschlüssen war das Verhältnis mit jeweils vier Schüssen zwar ausgeglichen, Kolumbien brachte aber drei Versuche auf das Tor. Jordanien blieb ohne offiziellen Schuss aufs Tor.
Tamari nur eine Halbzeit im Einsatz
Auffällig war aus jordanischer Sicht vor allem, dass Mousa Tamari nur die erste Halbzeit absolvierte. Der Offensivspieler von Stade Rennes bleibt der wichtigste Akteur im Angriff, kam gegen Kolumbien aber kaum in gefährliche Räume. Er gab zwei Schüsse ab, gewann jedoch nur eines seiner sechs Duelle. Zur Pause wurde er durch Mohammad Abu Zraiq ersetzt.
Auch Ali Olwan, der nach dem Ausfall von Ibrahim Sabra als wahrscheinlichste Option im Sturmzentrum gilt, blieb ohne Treffer. Er spielte bis zur 78. Minute, bereitete eine Chance vor und wurde danach durch Ali Al Azaizah ersetzt.
Ausschluss kurz vor Schluss
In der Schlussphase wurde es für Jordanien noch unangenehmer. Amer Jamous, der erst nach gut einer Stunde eingewechselt worden war, sah in der 83. Minute Gelb und in der 90. Minute Gelb-Rot. Auf den Ausgang hatte das kaum noch Einfluss, passte aber zu einem Test, in dem Jordanien nach der Pause zunehmend unter Druck geriet. Für das Österreich-Spiel ist der Ausschluss natürlich unerheblich.
Für Österreich liefert die Partie ein klares Bild. Jordanien kann aus einer kompakten Ordnung heraus unangenehm sein, hat gegen individuell stärkere Gegner aber Probleme, über längere Phasen Entlastung zu schaffen. Am 17. Juni beginnt für Sellamis Mannschaft gegen Österreich die erste WM der Verbandsgeschichte. Danach warten in Gruppe J noch Algerien und Titelverteidiger Argentinien.
