Messi trainiert wieder: Argentiniens Personallage entspannt sich langsam
Titelverteidiger Argentinien kann im WM-Vorbereitungsendspurt offenbar wieder vorsichtig mit Lionel Messi planen. Der 38-jährige Superstar hatte sich im letzten Spiel für Inter Miami eine Zerrung im linken Oberschenkel zugezogen und war zuletzt nicht voll belastbar. Nun gab Nationaltrainer Lionel Scaloni zumindest teilweise Entwarnung.
„Leo geht es gut“, erklärte Scaloni vor den letzten beiden Testspielen gegen Honduras und Island. Messi habe bereits Teile des Mannschaftstrainings absolviert und sei nicht mehr komplett von der Gruppe getrennt. Ein Einsatz in einem der beiden Vorbereitungsspiele sei möglich, allerdings wohl nur für einige Minuten. Für Argentinien ist das vor dem Turnierstart die wichtigste Nachricht, auch wenn Scaloni weiterhin vorsichtig bleibt.
Messi bleibt der zentrale Faktor
Messi ist zwar längst nicht mehr jener Spieler, der über 90 Minuten jedes Spiel dominiert, für Argentinien bleibt er aber der zentrale Fixpunkt im letzten Drittel. Seine Rolle hat sich in den vergangenen Jahren verändert: Weniger permanente Dynamik, dafür mehr Kontrolle, Schlüsselpässe statt zahlreicher Dribblings, permanente Gefahr bei Standards und gute Momente im Zwischenlinienraum.
Scaloni sprach davon, dass es Messi „viel besser“ gehe. Das beruhige das Trainerteam. Gleichzeitig wird Argentinien in den Testspielen kaum Risiko nehmen. Der Fokus liegt darauf, den Kapitän rechtzeitig für den WM-Auftakt gegen Algerien belastbar zu bekommen.
Mehrere Spieler trainieren separat
Messi ist allerdings nicht die einzige Personalie, die Scaloni beschäftigt. Mehrere Spieler arbeiten derzeit individuell oder werden geschont. Leandro Paredes, Nahuel Molina, Nico Paz und Gonzalo Montiel trainieren laut Scaloni derzeit individuell. Die Tendenz sei positiv, ein Einsatz in den Testspielen sei aber zumindest vorerst nicht geplant.
Scaloni erklärte, man habe die Situation dieser Spieler bereits bei der Kadernominierung gekannt. Man wolle nun keine unnötigen Risiken eingehen. Sollte einer der angeschlagenen Spieler nicht rechtzeitig fit werden, werde man nicht zögern, ihn aus dem WM-Kader zu streichen. Die entscheidende Phase sei die bevorstehende, letzte Woche vor dem Turnierstart, wo klar werden wird, wer wirklich bei 100 Prozent stehe.
Ausfälle in Abwehr und Tor
Auch in der Defensive gibt es Fragezeichen. Stammtorhüter Emiliano Martínez fällt für die Testspiele mit einem Fingerbruch aus. Nahuel Molina und Gonzalo Montiel laborieren an Muskelproblemen, Innenverteidiger Cristian Romero ist nach Kniebeschwerden erst wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.
Davon könnte Nicolás Capaldo profitieren. Der 27-jährige Profi des Hamburger SV und Ex-Salzburger steht zwar nicht im endgültigen WM-Kader, wurde aber für die Testspiele nachnominiert und könnte nun zu seinem Debüt im Nationalteam kommen.
Österreich trifft auf einen angeschlagenen Weltmeister
Argentinien startet gegen Algerien in die Gruppe J, danach folgt das Duell mit Österreich. Zum Abschluss wartet Jordanien. Für Österreich ist vor allem Messis Zustand von Bedeutung. Ist er fit, verändert er Argentiniens Offensivspiel trotz seines Alters weiterhin deutlich. Ist er nur eingeschränkt belastbar, müsste Scaloni die Verantwortung stärker auf andere Offensivspieler verteilen. Allgemein ist zu erwarten, dass der argentinische Teamchef in der Vorrunde eher auf Vorsicht setzen wird, sodass sein Altstar in der „Crunch Time“ des Turniers voll belastbar ist.
Noch wirkt die Lage beim Weltmeister also angespannt, aber nicht alarmierend. Messi ist zurück im Mannschaftstraining, mehrere angeschlagene Spieler machen Fortschritte. Die letzten Testspiele sollen nun zeigen, wie belastbar Argentiniens Kader vor dem WM-Start tatsächlich ist. In der kommenden Nacht testet die Albiceleste gegen Honduras, am Mittwoch dann noch gegen Island.
