FIFA WM 2026

Argentinien muss bei der WM auf Leonardo Balerdi verzichten

Titelverteidiger Argentinien muss kurz vor dem WM-Start einen weiteren personellen Rückschlag hinnehmen. Innenverteidiger Leonardo Balerdi fällt für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko aus. Der 27-Jährige zog sich im Training eine Muskelverletzung in der rechten Wade zu und wird nicht rechtzeitig fit. Das bestätigte der argentinische Verband am Samstag.

Für Nationaltrainer Lionel Scaloni ist der Ausfall ausgesprochen bitter, weil Balerdi nach einer starken Saison bei Olympique Marseille fest im 26-Mann-Kader stand. Der frühere Boca-Juniors-Profi hatte sich zuletzt näher an die Mannschaft herangearbeitet und galt als wichtige Alternative im Abwehrzentrum. Bei Marseille war er in der abgelaufenen Saison Kapitän, kam auf 36 Pflichtspiele und erzielte dabei ein Tor.

Balerdi hatte sich festgespielt

Balerdi war zwar nicht als klarer Stammspieler für die WM eingeplant, hatte sich aber als seriöse Option etabliert. In der südamerikanischen Qualifikation kam er mehrfach zum Einsatz, insgesamt hält er immerhin schon bei elf Länderspielen für Argentinien. Drei Partien der laufenden WM-Qualifikation bestritt er von Beginn an, unter anderem gegen Peru, Chile und Ecuador.

Scaloni bestätigte nach dem Testspielsieg gegen Honduras, dass man zunächst noch auf eine weniger schwere Verletzung gehofft habe. Die Diagnose habe diese Hoffnung aber beendet. Man habe Balerdi „mit allem Schmerz der Welt“ aus dem Kader nehmen müssen, erklärte der Teamchef.

Romero und Otamendi als naheliegendes Duo

In der Innenverteidigung ist Argentinien grundsätzlich weiter gut besetzt. Die naheliegendste Startformation wäre ein Duo aus Cristian Romero und Nicolás Otamendi. Romero ist seit Jahren einer der wichtigsten Verteidiger im System Scaloni, musste zuletzt aber nach Knieproblemen wieder an die volle Belastung herangeführt werden. Otamendi bringt Erfahrung, Führungsstärke und Turnierroutine mit.

Sollte Romero voll fit sein, spricht vieles dafür, dass er gemeinsam mit Otamendi die erste Wahl bildet. Diese Achse wäre aus Sicht des Weltmeisters die stabilste und eingespielteste Lösung. Balerdi hätte dahinter vor allem als zusätzliche Option für Rotation, Absicherung und mögliche Anpassungen im Turnierverlauf gedient.

Lisandro Martínez und Medina als Alternativen

Weitere Optionen im Zentrum sind Lisandro Martínez und Facundo Medina. Martínez bringt als Linksfuß ein anderes Profil mit, kann den Spielaufbau aus der letzten Linie verbessern und ist auch in einer Dreierkette eine logische Variante. Medina ist ebenfalls Linksfuß und kann sowohl innen als auch etwas breiter in einer defensiveren Struktur eingesetzt werden.

Für Scaloni bleibt damit trotz Balerdis Ausfall genug Qualität vorhanden. Die Frage ist eher wie viel Tiefe in der Defensive im Laufe des Turniers bleibt.

Senesi oder Martínez Quarta als Ersatz?

Nun muss Scaloni entscheiden, wer Balerdis Platz im WM-Kader übernimmt. Als mögliche Kandidaten gelten Marcos Senesi und Lucas Martínez Quarta, die beide in diesem Jahr bereits für Argentinien zum Einsatz kamen. Senesi wäre als Linksfuß besonders interessant, Martínez Quarta bringt ebenfalls internationale Erfahrung mit.

Argentinien startet gegen Algerien in die Gruppe J, danach folgt das Duell mit Österreich. Zum Abschluss wartet Jordanien. Für Österreich ist Balerdis Ausfall nicht zwingend relevant, was die zu erwartende Startelf betrifft, aber dennoch bedeutet sein Ausfall einen Verlust an defensiver Breite.