Messi trifft bei Rückkehr: Argentinien gewinnt letzten WM-Test gegen Island
Argentinien geht mit einem gelungenen letzten Testspiel in die Weltmeisterschaft. Der Titelverteidiger gewann am Dienstag gegen Island mit 3:0 und konnte dabei vor allem bezüglich Lionel Messi durchatmen. Der 38-jährige Kapitän kehrte nach seiner Muskelverletzung zurück, spielte rund 20 Minuten und traf per Elfmeter.
Für die Albiceleste war es die wichtigste Nachricht des Abends. Messi hatte sich in seinem letzten Spiel für Inter Miami eine leichte Verletzung im linken Oberschenkel zugezogen und war in den vergangenen Tagen nur dosiert belastet worden. Gegen Island begann er noch auf der Bank, wurde aber in der 70. Minute eingewechselt und zeigte schnell, dass er rechtzeitig zum WM-Start wieder eine Option ist.
Barco bringt Argentinien früh in Führung
Teamchef Lionel Scaloni nutzte den letzten Test, um einige Kräfte zu schonen und gleichzeitig Spielern aus der zweiten Reihe Minuten zu geben. Argentinien blieb dennoch klar spielbestimmend. Island kam zwar früh nach einem Fehler in der argentinischen Defensive zu einer guten Möglichkeit, konnte daraus aber kein Kapital schlagen.
Kurz darauf übernahm der Weltmeister die Kontrolle. In der achten Minute brachte Valentín Barco Argentinien in Führung. Der Linksfuß reagierte nach einer unvollständig geklärten Aktion am schnellsten und traf mit einem sehenswerten Schuss von außerhalb des Strafraums zum 1:0. Damit war das Spiel früh in jene Richtung gelenkt, die Scaloni sehen wollte: Viel Ballbesitz, Kontrolle im Mittelfeld und nur wenige längere Stressphasen gegen den Ball.
Messi kommt und trifft sofort
Nach der Pause richtete sich der Blick zunehmend auf die argentinische Bank. Die Zuschauer forderten Messi, Scaloni brachte seinen Kapitän schließlich rund 20 Minuten vor Schluss. Der Effekt war sofort sichtbar. Messi bewegte sich zwischen den Linien, suchte die Verbindung zu Lautaro Martínez und beschleunigte mehrere Angriffe mit wenigen Kontakten.
In der 72. Minute erhöhte er selbst auf 2:0. Nach einem Foul an Lautaro Martínez im Strafraum trat Messi zum Elfmeter an und verwandelte mit links. Für ihn war es das 117. Tor im Nationalteam. Wenige Tage vor seinem 39. Geburtstag und vor seiner sechsten Weltmeisterschaft war dieser Kurzeinsatz ein klares Signal, dass er für den Turnierstart bereit sein dürfte.
Lautaro als Verbindungsspieler
Auch Lautaro Martínez spielte nach Messis Einwechslung eine wichtige Rolle. Der Stürmer holte den Elfmeter heraus und war danach an einer weiteren starken Kombination beteiligt. In der 85. Minute initiierten Messi und Lautaro einen Angriff über das Zentrum, ehe Thiago Almada zum 3:0 abschloss.
Die Schlussphase zeigte damit auch, wie Scaloni seine Offensive im Turnier nutzen kann. Messi muss nicht permanent hohes Tempo gehen, bleibt aber im Zwischenlinienraum, bei Standards und als Passgeber vor dem Strafraum der zentrale Fixpunkt. Lautaro kann daran als Wandspieler, Tiefengeber und wichtiger Faktor für die Strafraumpräsenz gut anschließen.
Österreich trifft auf eingespielten Weltmeister
Für Österreich, das in Gruppe J nach Algerien auf Argentinien trifft, war der Test durchaus aussagekräftig. Scaloni rotierte, bekam aber dennoch Kontrolle, individuelle Qualität und Effizienz auf den Platz. Dazu kam die erfolgreiche Messi-Rückkehr ohne sichtbare neue Probleme.
Argentinien startet gegen Algerien in die WM, danach folgt das Duell mit Österreich, zum Abschluss wartet Jordanien. Nach dem 3:0 gegen Island wirkt der Titelverteidiger nun auch in der Offensive bereit für den Turnierstart.
