FIFA WM 2026

DFB-Jungstar Lennart Karl verpasst die WM nach Muskelbündelriss

Für DFB-Jungstar Lennart Karl ist der Traum von der ersten Weltmeisterschaft kurz vor Turnierbeginn geplatzt. Der 18-jährige Offensivspieler des FC Bayern zog sich im Abschlusstraining vor dem letzten deutschen Testspiel gegen die USA in Chicago einen Muskelbündelriss im linken vorderen Oberschenkel zu. Der Deutsche Fußball-Bund bestätigte die Diagnose am Freitagnachmittag.

Damit fällt Karl für die WM in den USA, Mexiko und Kanada aus. Für den jungen Bayern-Profi ist es ein besonders bitterer Zeitpunkt: Er hatte sich in den vergangenen Monaten in den Vordergrund gespielt, beim deutschen Nationalteam schnell Eindruck hinterlassen und galt nach seinem Startelf-Debüt gegen Finnland als ernsthafte Option für die WM-Mannschaft von Julian Nagelsmann.

Bitterer Rückschlag nach starkem Aufstieg

Karl war einer der Aufsteiger der vergangenen Saison. Beim FC Bayern spielte er sich in kurzer Zeit ins Blickfeld, danach folgte im März sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft beim 4:3 gegen die Schweiz. Insgesamt kam er bisher dreimal für Deutschland zum Einsatz. Am vergangenen Sonntag stand er beim 4:0 gegen Finnland erstmals in der Startelf und zeigte dabei eine starke Leistung.

Nach diesem Auftritt durfte sich Karl berechtigte Hoffnungen machen, bei der WM nicht nur als Ergänzungsspieler dabei zu sein. Sein Tempo, seine Unbekümmertheit und seine Eins-gegen-Eins-Qualitäten hätten dem deutschen Angriff eine zusätzliche Option gegeben.

Nagelsmann spricht von großem Schock

Bundestrainer Julian Nagelsmann zeigte sich nach der Diagnose entsprechend betroffen. Es tue ihm „wahnsinnig leid“ für Karl, erklärte der Teamchef. Der Bayern-Spieler habe mit seiner Unbekümmertheit, seinem Spielwitz, seinem Tempo und auch als Typ sehr gut in die Mannschaft gepasst. Dass Karl noch jung sei und noch viele Turniere vor sich habe, sei in diesem Moment nur ein kleiner Trost.

Für Deutschland ist es bereits der zweite Ausfall in der Offensive. Zuvor hatte schon Serge Gnabry, ebenfalls vom FC Bayern, wegen einer Adduktorenverletzung für das Turnier absagen müssen.

Ouédraogo rückt in den WM-Kader

Für Karl nominierte Nagelsmann Assan Ouédraogo von RB Leipzig nach. Der 20-Jährige absolvierte bisher erst ein Länderspiel für Deutschland: Im November traf er beim 6:0 gegen die Slowakei gleich bei seinem Debüt. Danach wurde er von zwei Knieverletzungen gestoppt und kehrte erst Anfang April bei RB Leipzig zurück.

Nagelsmann sieht in Ouédraogo einen ähnlich talentierten Spieler, der bei seinem ersten Auftritt im DFB-Team ebenfalls sofort positiv auffiel. Er solle nun mutig und unbeschwert auftreten, so der Teamchef.

Comeback-Arbeit in München

Karl selbst meldete sich nach dem Ausfall auf Instagram zu Wort. Es tue „unbeschreiblich weh“, das größte Turnier verpassen zu müssen, schrieb der 18-Jährige. Er habe alles dafür getan, fit für die WM zu sein, Verletzungen kämen aber oft zum unglücklichsten Zeitpunkt. Gleichzeitig kündigte er an, stärker zurückkommen zu wollen.

Der FC Bayern erwartet Karl nun zurück in München und will ihn bei seiner Reha unterstützen. Sportvorstand Max Eberl sprach von einem Schock für den gesamten Klub, verwies aber zugleich auf Karls Talent, Leidenschaft und Zukunft. Für den Spieler beginnt damit statt der ersten WM nun die Arbeit am Comeback.