Erster Bundesliga-Doppelpack für Alexander Prass
Die TSG Hoffenheim hat am 25. Spieltag der Bundesliga ein deutliches Zeichen im Kampf um die Champions-League-Plätze gesetzt und beim abgeschlagenen Schlusslicht FC Heidenheim mit 4:2 gewonnen. Im Mittelpunkt stand Alexander Prass, der mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack die Weichen früh auf Sieg stellte.
Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase, in der sich Heidenheim keineswegs versteckte, schlug Hoffenheim in der 26. Minute eiskalt zu. Prass spielte einen feinen Doppelpass mit dem Ex-Austria-Legionär Fisnik Asllani, der den Ball per Ferse zurücklegte. Der österreichische Nationalspieler zirkelte die Kugel aus knapp 20 Metern unhaltbar unter die Latte. Kurz vor der Pause legte Prass nach: Nach einem Steilpass von Andrej Kramarić schob er den Ball an Heidenheim-Keeper Diant Ramaj vorbei zum 2:0 ein – der Videoassistent bestätigte nach langer Unterbrechung die Gültigkeit des Treffers.
Emotionaler Jubel für Bebou
Nach dem Führungstreffer zum 1:0 zeigten Prass und seine Mitspieler das Trikot von Ihlas Bebou in die Kameras. Der Stürmer fehlte, weil seine Frau nach acht Monaten Schwangerschaft eine Fehlgeburt erlitten hatte. Die Heidenheimer Fans fassten den Jubel vor ihrer Tribüne zunächst als Provokation auf, doch Prass stellte nach dem Spiel klar: Es sei ausschließlich um Solidarität mit seinem Teamkollegen gegangen.
Vier weitere Tore in der zweiten Hälfte
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Asllani auf 3:0, als er einen abgewehrten Schuss von Avdullahu aus kurzer Distanz verwertete (49.). Heidenheim steckte nicht auf – Luca Kerber verkürzte per Direktabnahme zum 1:3 (63.) und ein vermeintlicher Anschlusstreffer von Conteh wurde wegen Abseits zurückgenommen. Tim Lemperle sorgte schließlich mit dem 4:1 für die Vorentscheidung (78.), Kerbers zweiter Treffer in der 84. Minute war nur noch Ergebniskosmetik.
Stimmen zum Spiel
Co-Trainer Moritz Volz, der den erkrankten Chefcoach Christian Ilzer vertrat, erklärte die Entscheidung für Prass in der Startelf: Er habe in den vergangenen Wochen stets solide trainiert und seine Einsatzzeiten gut genutzt. Über den Doppelpack sagte Volz: „Ich freue mich extrem für ihn, dass er sich heute mit zwei Toren belohnt hat. Heute hat er einfach gezeigt, was für eine fußballerische Qualität er hat.“
Prass selbst ordnete seinen Erfolg bescheiden ein: „Es ist ja nicht so üblich für mich, zu treffen. Umso glücklicher bin ich, dass es mit einem Doppelpack geklappt hat„. Gleichzeitig betonte er, dass es wichtigere Dinge als Fußball gebe – mit Blick auf Bebous Schicksalsschlag. Sportgeschäftsführer Andreas Schicker lobte die Personalentscheidung zugunsten von Prass als „goldrichtige Entscheidung“ seines Cheftrainers.
Hoffenheim festigte mit 49 Punkten den dritten Rang und hält damit Kurs auf die Champions League. Im Hinblick auf die WM 2026 ist es für das österreichische Nationalteam natürlich wichtig, dass Prass regelmäßig spielt und in guter Form ist. Heidenheim hingegen bleibt mit 14 Zählern auf dem letzten Platz und ist seit zwölf Ligaspielen sieglos – der Abstieg scheint nur noch Formsache.
Hier könnt ihr euch die Video-Highlights vom 4:2-Auswärtssieg ansehen.
