England

Trotz Spannungen: Crystal Palace plant mit Oliver Glasner bis Saisonende

Der Crystal Palace FC will Oliver Glasner trotz der jüngsten Vorkommnisse mindestens bis zum Ende der Saison als Trainer halten. Nach Gesprächen am Sonntag ist die unmittelbare Trennung vom Tisch, auch wenn das grundsätzliche Zerwürfnis zwischen Klubführung und Trainer damit nicht gelöst ist.

Verkauf von Kapitän Guehi verärgert Glasner

Ausgangspunkt der aktuellen Krise war der vergangene Freitag. Glasner bestätigte überraschend, dass er seinen im Juni auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde und den Klub im Sommer verlässt. Kurz zuvor hatte er erfahren, dass Kapitän Marc Guehi unmittelbar vor dem Ligaspiel gegen Sunderland verkauft werden soll. Der Innenverteidiger, der auch englischer Nationalspieler ist, wechselte gegen eine überschaubare Ablöse von 23 Millionen Euro zu Manchester City, wo er einen Vertrag bis Simmer 2031 unterschreibt. Die zeitliche Abfolge – Information am Spieltagvormittag, Abgang noch vor dem Match – löste bei Glasner massive Verärgerung aus.

Keine Aus- und Einwechslungen bei Niederlage gegen Sunderland

Es kam wie es kommen musste: Crystal Palace verlor 1:2 bei Sunderland, Glasner verzichtete über 90 Minuten hinweg auf jede Einwechslung. Danach äußerte er sich ungewöhnlich scharf über die Klubführung und sprach davon, sich im Stich gelassen zu fühlen. Er verwies auf den ausgedünnten Kader, auf fehlende Alternativen von der Bank und auf wiederholte Schlüsselabgänge kurz vor wichtigen Spielen. Bereits im Sommer war Eberechi Eze unmittelbar vor einer Europapartie verkauft worden.

Versöhnliche Gespräche

Die öffentliche Kritik setzte den Klub unter Druck und ein vorzeitiger Abgang von Glasner stand im Raum. Der Klub plant nun allerdings doch weiterhin mit Glasner bis Saisonende. Sportdirektor Matt Hobbs führte in den Tagen nach der Niederlage gegen Sunderland Gespräche mit dem Österreicher, die von Vereinsseite als versöhnlich beschrieben werden.

Titelchance in der Conference League

Sportlich bleibt die Lage allerdings angespannt. Palace ist seit zehn Pflichtspielen sieglos, schied zuletzt früh aus dem FA Cup aus und kämpft in der Liga mit Form- und Personalsorgen. Gleichzeitig besitzt der Klub mit der UEFA Conference League noch eine realistische Titelchance, die als Argument dient, an Glasner festzuhalten. Aus Sicht der Verantwortlichen ist er trotz aller Differenzen weiterhin der Trainer mit den besten Erfolgsaussichten.

Glasners Position bleibt ambivalent. Einerseits betont er seine Loyalität gegenüber der Mannschaft und seine Bereitschaft, die Saison zu Ende zu führen. Andererseits machte er deutlich, dass er sich vom Klub strukturell nicht ausreichend unterstützt fühlt. Seine öffentliche Wortwahl hat Teile der Anhängerschaft irritiert, ändert aber nichts an seiner sportlichen Bilanz der vergangenen zwei Jahre, die von Pokalsieg, Europapokal-Qualifikation und einem klaren spielerischen Profil geprägt war.

Um Oliver Glasner muss man sich jedenfalls keine Sorgen bezüglich seiner weiteren sportlichen Karriere machen. Er gilt nach wie vor als einer der absoluten Top-Kandidaten für den Job als Manchester-United-Trainer und es soll auch Interesse von weiteren Top-Klubs geben.