Video

Legionärs-Check Deutsche Bundesliga, 5. Spieltag

In der Tabelle nicht viel Neues.

Der 5. Spieltag in der Deutschen Bundesliga brachte keine großen Überraschungen mit sich. Auch in der Tabelle hat sich nicht wahnsinnig viel getan, dennoch seien zwei Mannschaften hervorgehoben, die gegensätzlicher nicht agieren könnten. Während der FC Augsburg nach dem dritten Sieg in Folge mittlerweile sogar auf einem internationalen Startplatz steht, befindet sich der SV Werder Bremen im freien Fall. Neben diesen beiden Österreicher-Vereinen konnte auch der VfB Stuttgart den zweiten Sieg im zweiten Spiel nach Bruno Labbadia einfahren und in der Tabelle kräftig nach oben klettern. Was uns in letzter Zeit aber schon schmerzlich abgeht: rot-weiß-rote Scorerpunkte...

 

 

hertha_bsc

0:1

vfb_stuttgart
08 (0:0) 10

Zweites DFL-Spiel für Neo-VfB Trainer Thomas Schneider, zweiter Sieg. Martin Harnik muss dabei ein zweites Mal einen Großteil des Spiels von der Bank verfolgen – in diesem Spiel kam er zu 17 Spielminuten, dabei stand für die Schwaben vor allem die Verwaltung des 1:0-Vorsprungs im Vordergrund. Für Hertha BSC Berlin bedeutete diese Niederlage, die erste Pleite im eigenen Stadion seit 18 Monaten, obwohl sie über weite Strecken die bessere Mannschaft waren. Die Torchancen wurden aber alle vom starken Stuttgart-Keeper Ulreich vereitelt. Zum Matchwinner avanchierte Christian Gentner, der knapp nach der Pause einen Kopfball im Tor der Hauptstädter unterbringen konnte. (xandi)

 

 

fc_bayern_muenchen

2:0

hannover_96
02 (0:0) 04

Der FC Bayern hat mit dem 30. Bundesligaspiel nacheinander ohne Niederlage die Jagd nach dem Bundesliga-Rekord des Hamburger SV in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt. Der deutsche Meister besiegte Hannover 96 mit 2:0 und benötigt nur noch sechs ungeschlagene Partien zur Liga-Bestmarke der Hanseaten aus den 80er Jahren. (1. Hamburger SV 36 Spiele ungeschlagen 1981/82 – 1982/83; 2. Borussia Dortmund 31 Spiele ungeschlagen 2011/12-2012/13; 3. Bayern München 30 Spiele ungeschlagen  2012/13-2013/14) .

13 Punkte nach 5 Ligaspielen, bedeutet nahezu Punktemaximum und würde normalerweise für mehr Ruhe in einem Verein sorgen. Nicht so beim Rekordmeister aus München. Mit Sammers Warnung "Alles Alibi-Käse!", gab der Sportvorstand seine Paraderolle als Mahner zum Besten. Er hatte keinen hochroten Kopf, er fuhr auch nicht aus der Haut. Aber die im Ton sehr ruhigen Worte des Sportvorstands von Bayern München hatten große Sprengkraft: „Wir spielen ohne Emotion Fußball, wir machen Dienst nach Vorschrift. Wir müssen raus aus der Komfortzone“, sagte der Erfolgsbesessene nach dem mittelprächtigen Sieg gegen die Niedersachsen.

Man begann stark und mit hohem Tempo. Die Gastgeber stellten sich allerdings schnell auf das Spiel der Münchner ein und kamen immer besser in das Spiel. Sie vergaben vor dem Pausenpfiff sogar zwei Hochkaräter. Nach Wiederanpfiff wurden die Hausherren zunehmend zielstrebiger in ihren Aktionen. Zwei davon mündeten via schönen Kombinationen zum hochverdienten, nichts desto trotz humorlosen 2:0-Heimsieg. Sammer schickte dennoch den Vorwurf hinterher, das Starensemble des Rekordmeisters verstecke sich hinter seinem Star-Trainer Pep Guardiola. "Es gehe nicht um die Einstellung, Käse sei jede Diskussion darüber. Es gehe um den Guardiola-Hype. Pep hin, Pep her, Pep hoch, Pep runter – dafür kann er nichts. Aber dadurch fühlen sich alle etwas weniger in der Verantwortung“, monierte Sammer.

Drei Tage vor dem Champions-League-Auftakt gegen ZSKA Moskau schlug der 46-Jährige Alarm. Als Guardiolas Elf den Start in die „Vollgas-Wochen“ mit angezogener Handbremse absolviert hatte, rüttelte er den seiner Meinung nach etwas dahindämmernden Triple-Gewinner kräftig auf. Personalengpass und der fehlende Rhythmus aufgrund der Länderspielunterbrechung dürfen bei Sammer nicht als Ausrede für den phasenweise mühevollen Auftritt  herhalten.  Ein Mahner durch und durch. Und auch das zeichnet den FC Bayern aus.

David Alaba spielte auf der linken Seite durch, offenbarte dabei allerdings einige ungewohnte Defensivschwächen. Er konzentrierte sich in Halbzeit zwei zunehmends auf das Offensivspiel mit Busenfreund Ribery. Solide Leistung nach der Länderspielpause. (sami)

 

 

sv_werder_bremen

0:3

eintracht_frankfurt
14 (0:2) 13

Inferiore Anfangsphase, hochverdientes Führungstor der Gäste nach 14 Minuten, Mitte der ersten Halbzeit auch noch eine rote Karte gegen Stürmer di Santo nach einem Brutalo-Foul am Frankfurter Oczipka und weitere Großchancen der Eintracht – das ist die Zusammenfassung der ersten Halbzeit eines Abstiegskandidaten!

"Von Ruhm und Glanz is' wenig über…" lautet die Textzeile der inoffiziellen ÖFB-Hymne – doch diese Worte treffen derzeit voll auf den SV Werder zu. Nach den zwei Überraschungssiegen zu Saisonauftakt setzte es nun die dritte (verdiente) Niederlage en suite. Auch wenn Werder in Halbzeit zwei etwas besser agiert, die eine oder andere Chance herausspielte und durch einen Elfmeter beinahe den Anschlusstreffer erzielt hätte. "Hätte" deshalb, weil Aaron Hund vom Punkt kläglich scheiterte. Ein weiteres Zeichen der totalen Verunsicherung der Mannschaft von Robin Dutt, die vor allem in der Defensive – passend zum Trikotsponsor – wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen agiert. Allen voran Abwehrchef Sebastian Prödl, der sich durch schwaches Stellungsspiel auszeichnete und seine ingesamt schlechte Leistung auch noch mit einem absolut vermeidbaren Eigentor krönte.

Alles in allem ein hochverdienter Sieg der Frankfurter, die damit eine tolle Generalprobe für ihr Europacup-Comeback hinlegten. Bei Werder Bremen ist – mal wieder – Feuer am Dach. Die Floskeln beim Interview nach dem Spiel ("Wir müssen jetzt hart weiterarbeiten") kann wohl auch kein Fan des SVW mehr hören. Und ob sich Robin Dutt da einen großen Gefallen getan hat, seinen Job als DFB-Sportdirektor aufzugeben, sei auch dahin gestellt. Ewig wird auch Sportdirektor Thomas Eichin nicht mehr dem freien Fall seiner Truppe zusehen. (thelex)

 

 

mainz_05

0:1

fc_schalke_04
05 (0:1) 09

Am Samstag trennten sich der 1. FSV Mainz 05 und der FC Schalke 04 mit einem gerechten 0:1 für die Gelsenkirchener. Ein Individueller Fehler im Spielaufbau von Okazaki leitete den Treffer ein. In der 34. Minute wollte der Ex-Stuttgarter ausgerechnet auf den Österreicher Julian Baumgartlinger spielen, es blieb jedoch bei einem Versuch. So legte er den Neo-Schalker Kevin-Prince Boateng perfekt die Kugel vor die Beine, und dieser weiß ja bekanntlich wie man das Runde ins Eckige befördert.  In einer sehr niveauarmen Partie entwickelten beide Mannschaften kaum Chancen. Schalke Trainer Jens Keller musste auf viele Stammkräfte verzichten, einer dieser Fehlenden war auch der Österreicher Christian Fuchs. Das Fehlen dieser wichtigen Spieler, darunter Huntelaar, Obasi und Santana wirkte sich merklich auf die Qualität des Spiels aus.

Mit den drei Punkten kann sich Schalke, nach zuletzt durchwachsenen Leistungen, wieder rehabilitieren und sich auf das Champions League-Match gegen Steaua Bukarest vorbereiten. Für Mainz geht es in der nächsten Runde in der Liga gegen Leverkusen.

Julian Baumgartlinger spielte ein durchschnittliches Match. Er kam  in den Zweikämpfen oft zu spät oder verlor diese auch zu häufig. Seine Passqoute war jedoch wieder sehr gut, über 95% seiner Pässe waren erfolgreich, hier muss aber angemerkt werden, dass Baumgartlinger sich auf die sicheren Pässe konzentrierte und im Spielaufbau kaum beteiligt war.

Christian Fuchs wird seine muskulären Probleme bis Mittwoch hoffentlich auskurieren und gegen Bukarest wieder zum Einsatz kommen.  (maha)

 

 

fc_augsburg

2:1

sc_freiburg
06 (0:0) 17

Doppelte Premiere in Augsburg. Der Fußball-Bundesligist schaffte vor 28.453 Zuschauern zum ersten Mal durch einen 2:1-Sieg gegen Freiburg drei Siege in der Bundesliga in Folge. Und es gelang dem FCA erstmals in der Bundesliga, den SC Freiburg zu bezwingen. Eine gute Nachricht kommt selten allein: Manninger im Tor. Viele hatten es ja erwartet, für andere war es eher eine Überraschung. Doch Übungsleiter Markus Weinzierl hat sich letztlich für Alexander Manninger entschieden und somit auch demonstriert, dass er im Tor auch nach seiner langen Verletzung die unumstrittene Nummer eins ist, trotz der hervorragenden Leistungen seiner Vertretung(en).

Sein Landsmann, Raphael Holzhauser, spielte bis zur 74. Minute, bevor er dem späteren Siegestorschützen Werner Platz machen musste. Seit der junge Österreicher das Trikot des FCA trägt, sind Ecken und Freistöße eine ständige Gefahrenquelle aus Sicht der bayrischen Schwaben. So viel Gefühl in einem linken Fuß sieht man sehr selten. Dennoch muss er an seinem Spiel noch viel arbeiten. Dass Stürmer Mölder nicht zu der Stürmergattung mit filigraner Ballbehandlung gehört, ist kein Geheimnis. Und noch dazu trifft er zurzeit nicht. Eine Systemumstellung mit Werner links, Altintop in die Spitze und Holzhauser zentral, wäre  aus Holzhausers Sicht sicher auch kein Nachteil – hat er seine Stärken doch ganz klar in der Mittelposition und nicht auf den Außen. Es ist davon auszugehen, dass sich Weinzierl ähnliche Gedanken bereits macht. Ob er auf seinen Sturmtank, der sich zweifelsohne im Dienst der Mannschaft immer wieder aufreibt, verzichten will, darf bezweifelt werden – auch in Hinblick auf die Siegesserie, die man hingelegt hat.

Doch diese Überlegungen sind nur ein Gedankenspiel unserer Seite, denn nach dem Last-Minute-Treffer von Werner herrschte nur pure Erleichterung, Freude und lautstarker Jubel in der Arena. Neun Punkte nach fünf Spieltagen – Vereinsrekord – zwischenzeitlicher Tabellenplatz sechs! Wohin es mit dem gehandelten Abstiegskandidaten weitergeht, dürfen wir nächste Woche gespannt sehen. Da gastieren die  Schwaben am Samstag (15:30) bei den heimstarken Hannoveranern und wollen dort ihren Lauf natürlich weiter fortsetzen. (sami)

 

 

tsg_1899_hoffenheim

2:1

borussia_moenchengladbach
07 (1:0) 11

Gladbach verliert am Sonntag-Nachmittag gegen die TSG Hoffenheim knapp mit 2:1. Gleichzeitig bedeutet dieser Sieg den ersten Dreier vor Heimpublikum für Hoffenheim in dieser Spielzeit. Nach super Vorarbeit von Elyounoussi nickte Modeste kurz vor der Pause zur schmeichelhaften Führung für die Gastgeber ein. Davor vergab Gladbach viele Chancen auf das Auswärtstor. Auch nach der Pause waren es zuerst wieder die Gäste die gute Chancen vorfanden, aber Casteels vereitelte bzw. Arango vergabe die Chancen auf den Ausgleich. So war es wieder Hoffenheim, das auf 2:0 erhöhte. Wieder war Modeste beteiligt, legte er doch auf Volland auf, der dann die Abwehr von Gladbach sehenswert austrickste und locker einschoss. Aber Gladbach kam nochmal ran, Hrgota setzte sich in mit einer sehenswerten Einzelleistung  durch und ließ die mitgereisten Gladbacher nochmals hoffen. Nun war Gladbach wieder im Spiel und drückte die TSG förmlich in die eigene Hälfte. Jedoch konnten Raffael, Daems und de Jong die Kugel nicht versenken.

Martin Stranzl spielte in der Innenverteidung durch. Er war einmal mehr einer der Aktivposten in der Gladbacher Verteidigung. Mit einer starken Passqoute von über 85% und 13 gewonnenen (von insgesamt 21) Zweikämpfen. Zudem legte er einen Torschuss auf. (maha)

 

 

eintracht_braunschweig

1:1

fc_nuernberg
18 (0:1) 16

Im Kellerduell gelang keiner der beiden Mannschaften der so ersehnte Befreiungsschlag, ein Unentschieden hilft keiner der beiden Mannschaften so recht. Auch wenn die Niedersachen über das ganze Spiel gesehen die bessere und vor allem leidenschaftlichere Mannschaft waren, ging doch zunächst der 1. FC Nürnberg in Führung (Hlousek, 28.). Erst in der 70. Minute glichen die Braunschweiger durch Elabdellaoui aus – ein Gewaltschuss, bei dem auch Nürnbergs Schlussmann Raphael Schäfer machtlos war – bis zu diesem Zeitpunkt zeigte der Torwart eine Weltklasse-Partie, ihm ist es zu verdanken, dass der Club überhaupt einen Punkt retten konnte. Unter anderem in der 67., als sich Emanuel Pogatetz einen schweren Fehler gegen Kumbela erlaubte und Schäfer großartig parierte. Dies war allerdings der einzige Fehler von "Pogerl", der ansonsten eine solide Vorstellung zeigte und sonst nichts anbrennen ließ. Muhammed Ildiz war wie erwartet nicht im Kader. (thelex)

 


Leistungsdaten

20132014_05

Legende:
Min (Einsatzminuten)
TS (Torschüsse)
TSV (Torschussvorlagen)
ZK (gewonnenen Zweikämpfe in Prozent)
PQ (erfolgreiche Pässe in Prozent)
BK (Ballkontakte auf 90 Minuten hochgerechnet)
Distanz (gelaufene Kilometer während der gesamten Einsatzminuten, auf 90 Minuten hochgerechnet)
Läufe (die Anzahl der intensiven Läufe auf 90 Minuten hochgerechnet)
Vavg. (Durchschnittsgeschwindigkeit während der gesamten Einsatzminuten in km/h)
90M (Werte auf 90 Minuten hochgerechnet, falls nicht über die volle Distanz im Einsatz, Einsätze < 15 Min. werden nicht hochgerechnet)
+/- (Wertung ähnlich wie Eishockey: -1 bei Gegentor am Feld / +1 bei Tor am Feld (zusätzlich +1 bei Assist, +2 bei Tor)) 
Farbcodes der Zellen: hellgrün (Bestwert innerhalb der Mannschaft) / dunkelgrün (Bestwert aller Spieler der Partie) 


Legionärswertung

So sieht diese Woche unsere Wertung der Top-3-Legionäre aus ÖFB-Sicht aus:

  1. Raphael Holzhauser
  2. Martin Stranzl
  3. David Alaba

 

(Autoren: kara, maha, sami, thelex, xandi)

Schreibe einen Kommentar