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ÖFB-Teamspieler Muhammed Cham wechselt zu Slavia Prag

Slavia Prag verpflichtet den österreichischen Nationalspieler Muhammed Cham. Der 24-Jährige kommt für ein Jahr leihweise von Trabzonspor, wobei sich die Tschechen eine Kaufoption sichern konnten. Der österreichische Nationalspieler wird somit in der Champions League spielen und unter anderem auf den FC Barcelona, Arsenal, Inter und die Spurs treffen.

Slavia zahlt zunächst 600.000 Euro für die Leihe, die Kaufoption soll bei 5,5 Millionen Euro liegen. Die Tschechen verfolgen den Österreicher schon lange und boten im Vorjahr 5,4 Millionen Euro Ablöse für Clermont Foot an, was die Franzosen aber ablehnten. Nun gelang es aber den ÖFB-Teamspieler unter Vertrag zu nehmen, was insbesondere auch Cham freut: „Dieses Trikot mit dem Stern wollte ich immer tragen. Jetzt habe ich es an. Ich bin ein großer Fan des Trainers. Er will mir helfen, besser zu werden.

Über seine Rolle äußerte er sich flexibel: „Am liebsten spiele ich als Zehn, aber ich kann auch links, rechts oder vorne. Ich helfe da, wo ich gebraucht werde.“

Reaktionen aus dem Verein

Trainer Jindřich Trpišovský beschreibt Chams qualitäten noch detailierter und verglich ihn vom Spielstil her mit dem früheren Publikumsliebling Nicolae Stanciu. Cham sei ein Linksfuß mit Stärken im letzten Drittel, gefährlich bei Standards, mit präzisen vertikalen Pässen und der Fähigkeit, Räume hinter der Abwehr zu bespielen. Trpišovský hob seine Schussstärke und Eins-gegen-eins-Lösungen hervor, machte aber auch Defizite im Spiel gegen den Ball deutlich. Cham müsse Intensität und Arbeit ohne Ball verbessern – daran habe man bereits in Videoanalysen gearbeitet. Positionsbezogen sieht ihn der Trainer als klassische Zehn, aber auch variabel in 4-3-3, 4-5-1 oder 3-5-2.

Sportdirektor Jiří Bílek hob hervor, dass sich Cham bereits in starken Ligen durchsetzen konnte und dort regelmäßig Tore und Assists geliefert hat. Er hob seine Kreativität im letzten Drittel hervor und lobte seinen Charakter und die Einstellung zum Fußball.

Lösungen gegen tiefstehende Gegner

Auch einige tschechische Medien zogen Parallelen zu Stanciu und sehen in Cham den fehlenden Kreativspieler, der Slavias laufintensives und auf Pressing ausgelegtes Spiel ergänzen soll. Seznam.cz sprach einen entscheidenden Punkt an: Slavia tue sich traditionell schwer gegen tiefstehende Abwehrreihen, ein kreativer Offensivspieler könne hier den Unterschied machen.

Cham hatte bei Trabzonspor unter dem neuen Trainer Fatih Tekke kaum Einsatzzeit erhalten, was im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2026 natürlich suboptimal ist. Die Aussicht auf Spiele in der Champions League waren ein großer Pluspunkt für den Wechsel.

Von Cham wird bei seinem neuen Klub aber nicht nur Kreativität gefordert, sondern auch die Bereitschaft Slavias Spielidee mitzutragen. Slavias Spielweise basiert auf einer hoher Laufleistung und Intensität. Sollte sich Cham anpassen können, wäre das auch für die österreichische Nationalmannschaft ein Gewinn, da Teamchef Rangnick ebenfalls intensiv die Gegner anlaufen lässt.