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Klub-WM – ein Wettbewerb, den kaum jemand versteht

Der österreichische Klubfußball befindet sich aktuell in der Sommerpause. Nur ein Verein ist noch aktiv: Der FC Red Bull Salzburg spielt um den Titel des Klub-Weltmeisters. Warum eigentlich?

Teilnehmermodus wirft Fragen auf

Der Weltfußballverband FIFA schuf für die Klub-WM ein neues Format mit 32 Mannschaften. Zu den Teilnehmern gehören die Sieger der kontinentalen Wettbewerbe und weitere Spitzenteams. Über die Teilnahme entschieden die Leistungen der Jahre 2021 bis 2024. Dies hat zur Folge, dass in den USA nicht immer die aktuell besten Vereine antreten.

Ein Beispiel ist der österreichische Vertreter RB Salzburg, dessen letzter Meistertitel schon zwei Jahre zurückliegt. Seither dominiert Sturm Graz die Liga. Der Klub muss sich jedoch bis mindestens 2029 gedulden, um an der kommenden Weltmeisterschaft teilzunehmen. Voraussetzung ist, dass die Mannschaft aus der Steiermark auch in der ChampionsLeague erfolgreich ist.

Chelsea ist dabei, der FC Liverpool nicht

Ein noch größeres Phänomen bietet der englische Fußball. Wer online wetten möchte, findet einige Spitzenteams nicht. So fehlt der in den vergangenen Jahren beste englische Verein. Der FC Liverpool gewann die ChampionsLeague zuletzt 2019. Statt den Reds nehmen deshalb Manchester City und der FC Chelsea teil.  

City gewann zwischen 2021 und 2024 vier Meistertitel und kam in der vergangenen Saison hinter dem FC Liverpool und dem FC Arsenal auf Platz drei der Premier League. Damit dürfte die Mannschaft auch bei der Klub-WM zu den Favoriten gehören. Der FC Chelsea qualifizierte sich nach zwei Jahren Abstinenz endlich wieder für die ChampionsLeague. Für die Londoner spricht, dass sie in dieser Saison die Conference League gewonnen haben.  Die Qualifikation erhielt Chelsea, weil der Klub 2021 die europäische Königsklasse gewann. 

Paris Saint-Germain ist Favorit

Bei den Wettanbietern ist Paris Saint-Germain der Favorit. Wer auf die Franzosen tippt, erhält die schlechteste Quote. Ebenfalls unter den Favoriten befinden sich Real Madrid, Manchester City, Bayern München, der FC Chelsea und Inter Mailand. Als erstes Team außerhalb Europas landet der brasilianische Vertreter Flamengo auf Platz neun. 

Die Roten Bullen aus der Mozartstadt spielen in den USA eine Außenseiterrolle. Wer auf die Salzburger wettet, darf sich bei einem WM-Gewinn auf eine beachtliche Summe freuen. Die Buchmacher schätzen Red Bull so stark wie die Gastgeber von Inter Miami ein. Übrigens: Entsprechend dem Regelwerk durften maximal zwei Mannschaften pro Land antreten. Eine Ausnahme bildet Brasilien, dessen Vereine seit 2021 viermal die Copa Libertadores gewonnen haben. Die gastgebenden USA durften drei Mannschaften stellen.

Gigantismus trifft auf Ablehnung der Fans

Die FIFA war schon in der Vergangenheit erfinderisch, um die Einnahmen zu verbessern. Auch die aufgeblähte Klub-Weltmeisterschaft dient wohl vorrangig diesem Ziel. Die Austragung der Veranstaltung sorgt darüber hinaus für einen Popularitätsschub des Fußballs in den Vereinigten Staaten. Zumindest die Spiele mit europäischer Beteiligung sind Publikumsmagneten. Dem Spiel Paris Saint-Germain gegen Atlético Madrid wohnten gut 80.000 Zuschauer bei. Damit war das Stadion in Pasadena zu 85 Prozent ausgelastet. 

Bei anderen Spielen herrscht jedoch gähnende Leere. Zum Spiel zwischen dem FC Porto und Palmeiras kamen trotz hoher Rabatte auf die Tickets nur 46.000 Zuschauer. Bei einem Fassungsvermögen von 80.000 Menschen blieb im MetLife Stadium in New York die ganz große Stimmung aus. Die Fans scheinen dem Gigantismus der FIFA Grenzen zu setzen.