FIFA WM 2026

Österreich, Algerien und der womöglich unliebsame zweite Platz

Nach dem zweiten Gruppenspieltag wird die Ausgangslage nun immer mehr klar und deutlich. Argentinien wird die Österreich-Gruppe J gewinnen und wartet nun darauf, wer Zweiter in Gruppe H wird. Österreich und Algerien sehen sich als die beiden Teams, die nun um Platz 2 spielen, dem bereits häufig thematisierten „Worst Case“ gegenüber.

Schon vor dem Turnier wurde immer wieder der Turnierbaum thematisiert und hier vor allem die Tatsache, dass der Zweite der Österreich-Gruppe auf den Sieger aus Gruppe H treffen würde. Dieser wird mit hoher Wahrscheinlichkeit und wie es zu erwarten war, Spanien sein – ein Unentschieden gegen Uruguay am letzten Spieltag würde dies fixieren, außer Kap Verde feiert zeitgleich einen Kantersieg mit mindestens vier Toren Differenz gegen Saudi-Arabien.

Auch Kap Verde könnte Gruppe H noch gewinnen

Die zweite Möglichkeit Spanien von der Spitze zu verdrängen, abgesehen vom soeben erwähnten kapverdischen Torfestival und einem gleichzeitigen Spanien-Remis, wäre ein Sieg Uruguays im Schlagerspiel der Gruppe am letzten Spieltag. Kurioserweise könnte auch in diesem Fall sogar Kap Verde noch Gruppensieger werden. Nämlich dann, wenn die überraschend starken Inselkicker höher gegen Saudi-Arabien gewinnen als Uruguay gegen Spanien. In diesem Fall könnte sogar die „Furia Roja“ sogar noch auf den dritten Platz zurückrutschen.

Österreich als wahrscheinlichster Gruppenzweiter

Wahrscheinlicher ist aber natürlich, dass die Spanier ihr Ding durchziehen und Gruppe H als Erster abschließen, wodurch man gegen den Zweiten aus Gruppe J antreten würde. Und dieser wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Österreich sein. Nach der 0:2-Niederlage gegen Argentinien und dem darauffolgenden 2:1-Sieg Algeriens über Jordanien, würde den Österreichern bereits ein Unentschieden gegen die Mannschaft von Vladimir Petkovic reichen, um den zweiten Platz in der Gruppe zu fixieren.

Aufstieg wohl auch als Dritter

Fest steht, dass Österreich, wenn es am Sonntagmorgen gegen Algerien geht, bereits sicher wissen wird, wer der Gegner im Sechzehntelfinale sein wird, sollte man Zweiter werden. Die dafür relevante Gruppe H wird bereits in der Nacht zuvor beendet.

Zudem ist zu erwarten, dass Österreich wohl auch im Falle einer Niederlage gegen Algerien – sofern diese nicht zu hoch ausfallen würde – als einer der besten acht Gruppendritten aufsteigen würde. Nach zwei gespielten Partien ist der aktuell schlechteste Dritte Tschechien mit nur einem Punkt. Wäre Österreich aktuell Dritter, stünde man in der Wertung auf dem zweiten Platz. Algerien nimmt zum momentanen Stand den dritten Platz der besten Gruppendritten ein.

Platz drei als bessere Ausgangsposition?

Auf eine Niederlage gegen Algerien wird man es dennoch definitiv nicht ankommen lassen wollen. Aber Algerien könnte im Falle dessen, dass Spanien Gruppe H gewinnt, auch nicht sonderlich große Ambitionen haben, doch noch auf den zweiten Platz vorzurücken. Die Ausgangslage suggeriert, dass die Nordafrikaner wohl auch auf ein Unentschieden spielen könnten. Ein solches würde sie allerdings definitiv nicht vor Österreich schieben.

Großer Gegnerpool als Dritter

Klar scheint auch, dass man als Dritter möglicherweise einen einfacheren Gegner ziehen könnte. Sicher ist das allerdings noch nicht. Die möglichen Gegner für den Dritten in der Österreich-Gruppe sind die Sieger aus den Gruppen B, D, G, K oder L.

Ein fixer möglicher Gegner wäre hier bereits die USA, die in Gruppe D schon als Sieger feststeht. Die wahrscheinlichsten weiteren möglichen Gegner wären Kanada oder die Schweiz, die sich den Sieg in Gruppe B ausspielen, Ägypten, das im letzten Gruppenspiel gegen den Iran den Gewinn von Gruppe G in der eigenen Hand hat, aber auch England, das hoher Favorit auf den Gewinn von Gruppe L ist. Oder der Sieger aus Gruppe K mit Portugal und Kolumbien, die aktuell noch völlig offen ist und erst heute in ihren zweiten Spieltag geht.

Mehrere Exit-Szenarien für die Rangnick-Elf

Noch gibt es also für Österreich einige Exit-Szenarien. Eine quasi „absichtliche“ Niederlage gegen Algerien, um den vermeintlich etwas einfacheren Pool an Gegnern zu bekommen, ist natürlich völlig ausgeschlossen. Viel mehr heißt es am Samstag um zwei Uhr Früh mitteleuropäischer Zeit Daumen drücken und auf eine Sensation in Gruppe H hoffen. Und falls es in einem Sechzehntelfinale doch gegen den Weltmeister von 2010 geht, hat der Underdog aus Kap Verde immerhin schon vorgezeigt, wie man die Iberer in Schach halten kann…