Rest der Welt

AS Monaco trennt sich von Coach Adi Hütter

Die AS Monaco hat sich mit sofortiger Wirkung von Adi Hütter getrennt. Der 55-jährige Österreicher wurde am Mittwoch, dem 9. Oktober 2025, gemeinsam mit seinen Assistenten Christian Peintinger und Klaus Schmidt freigestellt. Die Entscheidung fiel nach mehreren schwachen Auftritten und anhaltender Unzufriedenheit in der Klubführung.

Zum Zeitpunkt der Trennung stand Monaco auf Platz fünf der Ligue 1, drei Punkte hinter Tabellenführer Paris Saint-Germain. Die Bilanz war solide, die Entwicklung aber rückläufig. In den letzten fünf Pflichtspielen gelang nur ein Sieg, dazu kamen die deutlichen Niederlagen gegen Lorient (1:3) und Brügge (1:4) in der Champions League.

Vor allem das Spiel in Brügge wurde zum Wendepunkt. Monaco lag zur Pause 0:3 zurück, Hütter blieb dennoch bei seinem 4-4-2-System. Französische Medien sahen darin ein Symbol für die fehlende Flexibilität des Trainers in entscheidenden Momenten und kritisierten diesen scharf.

Innerhalb der Mannschaft hatte sich das Verhältnis zuletzt angeblich ebenfalls abgekühlt. Mehrere Führungsspieler wie Eric Dier, Paul Pogba und Ansu Fati sollen sich nicht ausreichend einbezogen gefühlt haben. Gleichzeitig blieb der nächste Entwicklungsschritt junger Spieler wie Folarin Balogun, Ilenikhena oder Ouattara aus.

Auch sportlich ließ der Trend wenig Raum für Optimismus. Zwar erreichte Monaco in der Champions League ein Achtungsergebnis gegen Manchester City (2:2), doch das Derby gegen Nizza zeigte die Schwächen im Spielaufbau deutlich. Trotz Überzahl über fast eine Stunde gelang kein Treffer aus dem Spiel heraus. Die letzten drei Ligatore fielen allesamt durch Elfmeter. In der Klubführung wuchs der Eindruck, dass Hütters Mannschaft von Einzelaktionen lebte und strukturell stagniert war.

Differenzen über den Kader

Hütter selbst war unzufrieden mit dem Sommertransferfenster. Der Kader sei „ausgedünnt“ worden, hieß es aus seinem Umfeld. Die Spannungen mit Sportdirektor Thiago Scuro nahmen in den vergangenen Wochen zu.

Nachfolger steht fest

Monaco handelte rasch. Gespräche mit Edin Terzic verliefen ergebnislos – der frühere Dortmunder Trainer zeigte laut L’Équipe wenig Interesse. Die Wahl fiel schließlich auf Sébastien Pocognoli, der zuletzt die Union Saint-Gilloise und damit auch den österreichischen Nationalspieler Raul Florucz trainierte und in Belgien Meister wurde. Der 38-Jährige unterschrieb nach einem Treffen am Mittwoch, sein Klub erhält eine Ablöse von rund einer Million Euro.

Pocognoli bringt Kevin Mirallas als Offensivtrainer mit. Er wird die Mannschaft erstmals am 18. Oktober in Angers betreuen, vier Tage später folgt das Heimspiel gegen Tottenham in der Champions League.

Hütter weist guten Punkteschnitt auf

Hütter hatte Monaco im Sommer 2023 übernommen. In 93 Pflichtspielen erreichte er im Schnitt 1,77 Punkte, führte den Klub auf die Plätze zwei und drei der Ligue 1 und zweimal in die Champions League. Im Jänner wurde sein Vertrag noch bis 2027 verlängert. Trotz der respektablen Bilanz blieb der Rückhalt zuletzt gering. In Monaco zählt Kontinuität seit Jahren weniger als das Momentum – und das sprach zuletzt nicht mehr für Adi Hütter.