Arnautovic krönt Rekordabend: Österreich schießt San Marino mit 10:0 ab und stürmt Richtung WM 2026
Österreichs Nationalteam hat in der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2026 den nächsten großen Schritt gemacht. Im Ernst-Happel-Stadion feierte die Mannschaft von Ralf Rangnick einen historischen 10:0-Erfolg gegen San Marino – den höchsten Sieg in der Geschichte des ÖFB. Der Abend gehörte Marko Arnautovic, der mit vier Treffern zum alleinigen Rekordtorschützen des Nationalteams aufstieg.
Kurz nach Spielbeginn übernahm Österreich die Kontrolle. In der 7. Minute brachte Romano Schmid das Team nach einer verunglückten Flanke früh in Führung, nur eine Minute später erhöhte Arnautovic per Kopf auf 2:0. Die Rangnick-Elf präsentierte sich wie erhofft auch in weiterer Folge als sehr torhungrig und erzeugte über die gesamten 90 Minuten viel Druck. Michael Gregoritsch stellte nach 24 Minuten auf 3:0, Stefan Posch traf 15 Minuten später doppelt – zunächst nach einem Zuspiel von Sabitzer, dann nach einer Kopfballverlängerung von Danso nach einer Ecke. In der 45. Minute machte Konrad Laimer das halbe Dutzend voll. Zur Pause führte Österreich mit 6:0 – so hoch wie nie zuvor in einem Pflichtspiel.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild unverändert. In der 47. Minute erzielte Arnautovic seinen zweiten Treffer, nachdem Romano Schmid von rechts punktgenau eine Flanke schlug. Österreich ließ den Ball laufen, dominierte mit 63 Prozent Ballbesitz, einer Passquote von 88 Prozent und 25 Abschlüssen, davon 15 auf das Tor. Die Exppected-Goal-Werte nach dem Spiel sprechen mit 7.05:0.46 ebenfalls eine deutliche Sprache.
Der 19-jährige Nikolaus Wurmbrand feierte in der 72. Minute sein Länderspieldebüt und setzte nur vier Minuten später ein Ausrufezeichen. Mit einem präzisen Schuss von der Strafraumgrenze traf er zum 8:0. Acht Minuten vor Schluss erzielte Arnautovic seinen 44. Treffer und stellte damit den bisherigen ÖFB-Rekord von Toni Polster ein. Nur eine Minute später wurde Geschichte geschrieben: Wurmbrand flankte scharf zur Mitte, Arnautovic verwertete – 10:0, der vierte Treffer des Abends, und Marko Arnautovic avancierte mit 45 Toren zum alleinigen Rekordschütze des österreichischen Nationalteams.
Das Team von Ralf Rangnick blieb über die gesamten 93 Minuten spielbestimmend, ließ kaum einen Entlastungsangriff des Gegners zu. Österreich gewann 50 Prozent der Zweikämpfe, verbuchte 70 Balleroberungen – 36 davon in der gegnerischen Hälfte – und spielte mit einem PPDA-Wert von 4,7 das intensive Pressing konsequent durch.
In der Tabelle führt Österreich nun die Gruppe H mit 15 Punkten und einer Tordifferenz von +17 an. Bosnien-Herzegowina verlor durch ein 2:2 in Zypern den Anschluss. Damit sind die Chancen auf die WM-Teilnahme 2026 deutlich gestiegen und wir dürfen uns langsam darauf freuen zum ersten Mal seit 1998 wieder eine österreichische Mannschaft bei einer WM-Endrunde beobachten zu dürfen.
Stimmen zum Spiel:
Teamchef Ralf Rangnick:
„Ich freue mich vor allem über den Auftritt der Mannschaft. Wir haben eine enorme Spielfreude an den Tag gelegt über 93 Minuten. Wir waren extrem darauf aus, Tore zu schießen. Am Ende 10:0, wir hätten deutlich noch mehr machen können. Aber trotzdem musst du in so einem Spiel einmal auftreten, wie wir es gemacht haben. Es geht darum, das beste Torverhältnis zu haben. Das werden wir nach dem heutigen Spiel sicher nicht mehr aus der Hand geben. Es war heute ein Riesenschritt. Das nächste wichtige Spiel ist am Sonntag, da gilt es noch einmal nachzulegen.“
Rekordtorschütze Marko Arnautovic: „Es ist schwierig zu reden. Meine Kinder und meine Frau waren nicht da, meine Mutter ist auch zu Hause. Mein Vater und mein Bruder sind da. Ich widme meinen Rekord natürlich meiner Familie. Ohne sie wäre ich nicht hier. Danke auch an alle Fans, die mich und uns unterstützt haben. Nicht nur wegen dem Rekord. So lange dabei zu sein und noch immer solche Emotionen zu erleben, ist Wahnsinn.“
Doppelpacker Stefan Posch: „Zwei Tore sind fürs Selbstvertrauen sehr gut. Es waren wichtige Punkte, auch fürs Torverhältnis. Wir haben die Zuschauer dafür belohnt, dass sie gekommen sind.“
Debüttorschütze Nikolaus Wurmbrand: „Es ist ein großartiges Gefühl, für Österreich zu debütieren und dann auch noch zu treffen.“
