Österreichische Bundesliga

David Alaba und Red Bull Salzburg: Kommt’s zum Bundesligadebüt mit 34?

Seit feststeht, dass David Alaba Real Madrid nach Saisonende verlassen wird, wird über die nächste Station des ÖFB-Teamspielers spekuliert. Der 112-fache Internationale wurde zuletzt mit mehreren Klubs in Verbindung gebracht. Genannt wurden unter anderem der AC Milan, Manchester United, Vereine aus der Türkei sowie Optionen in Saudi-Arabien und den USA.

Nun brachte der italienische „Corriere dello Sport“ eine weitere Möglichkeit ins Spiel: Red Bull Salzburg soll sich demnach mit Alaba beschäftigen. Konkreter Hintergrund ist offenbar weniger eine kurzfristige sportliche Notlösung, sondern die Idee, den bald 34-jährigen Defensivspieler als Führungsspieler und Mentor in eine sehr junge Mannschaft zu integrieren.

Salzburgs junge Struktur als möglicher Ansatzpunkt

Salzburg verfügt trotz neuerlich verpatzter Saison über einen Kader mit vielen entwicklungsfähigen Spielern. Gleichzeitig zeigte sich in der laufenden Saison mehrfach, dass der Mannschaft in bestimmten Phasen Struktur, Führung und Stabilität fehlten. Genau in diesem Bereich könnte ein Spieler wie Alaba theoretisch ansetzen.

Der langjährige Bayern-Profi bringt Erfahrung auf höchstem internationalem Niveau mit. Er gewann mit dem FC Bayern und Real Madrid zahlreiche Titel, spielte über Jahre in der Champions League und gehört seit langer Zeit zu den prägenden Figuren im österreichischen Nationalteam. Für eine junge Salzburger Mannschaft wäre ein solcher Spieler nicht nur sportlich, sondern auch intern eine außergewöhnliche Referenz.

Ein weiterer Faktor wäre die geografische Lage. Alaba ist weiterhin eng mit München verbunden, wo er viele Jahre spielte und auch privat wichtige Verbindungen hat. Salzburg liegt in unmittelbarer Nähe zu Bayern, was einen Wechsel zumindest aus familiärer und logistischer Sicht nicht völlig abwegig erscheinen lässt.

Alaba spielte noch nie in der österreichischen Bundesliga

Sportlich wäre ein Wechsel nach Salzburg auch deshalb bemerkenswert, weil Alaba in der österreichischen Bundesliga noch kein einziges Spiel absolviert hat. In jungen Jahren kam er für die Young Violets Austria Wien in „Liga Zwa“ zum Einsatz. Für die Kampfmannschaft der Wiener Austria stand er in der Saison 2007/08 einmal bei einem Auswärtssieg in Altach im Spieltagskader, ein Bundesliga-Einsatz für den damals 15-Jährigen blieb jedoch aus.

Damit würde Alaba bei einem Wechsel nach Österreich spät zu seinem Bundesliga-Debüt kommen. In jüngerer Vergangenheit gab es vergleichbare Fälle: Alessandro Schöpf (Wolfsberger AC) und Andreas Weimann (SK Rapid) kehrten ebenfalls erst spät in ihrer Karriere nach Österreich zurück beziehungsweise kamen dort erst im fortgeschrittenen Profialter zu ihren Debüts.

Viele Optionen, die es abzuwiegen gilt

Der „Corriere dello Sport“ hat die Spur nach Salzburg gelegt, mehr aber auch nicht. Bei einem Spieler mit Alabas Lebenslauf ist davon auszugehen, dass er im Laufe des Sommers zahlreiche Angebote sichten kann. Besonders Angebote aus Saudi-Arabien oder den USA könnten finanziell natürlich deutlich attraktiver sein als ein Engagement in Österreich.

Ausgeschlossen wirkt ein Wechsel nach Salzburg dennoch nicht. Die Rolle wäre klar definierbar, die Nähe zu München ein plausibler Faktor und der Bedarf an Erfahrung in Salzburg erkennbar. Trotzdem bleibt die Personalie vorerst vor allem ein interessantes Gedankenspiel: Ein zehnfacher österreichischer Fußballer des Jahres, zehnfacher deutscher Meister und vierfacher Champions-League-Sieger könnte in der österreichischen Bundesliga debütieren – mit 34 Jahren.